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ALTE GESCHICHTEN
 
 
Das erste Schuljahr 1949/50

 
 
Mittwoch, den 12. Januar 1949:
Die «Magazine Keller-Ullmann & Co. veranstalteten einen Ausnahmeverkauf von brand- und wassergeschädigten Artikeln, herrührend vom Großbrand am 11. November 1948 (Gesamtschaden 155'000 Franken). Das verursachte einen Massenzustrom. Die Mittagszüge brachten mehr als 2000 Personen nach Rapperswil. Der Durchgangsverkehr an der neuen Jonastraße musste während einiger Stunden umgeleitet werden.
 
 
Am 28. 01. 1949 wurde die Schweiz Mitglied in der UNESCO.
 
 
Ende Februar 49 kam der letzte Sammeltransport der Rotkreuz-Kinderhilfe in der Schweiz an. 500 kriegsgeschädigte Kinder aus der britischen Besatzungszone wurden für drei Monate bei Familien untergebracht.
 
 
Der 4. April war der Tag der Gründung der Nato.
 
 
Am 7. April wütete ein Sturmwetter auf dem Zürichsee. Der Wind erreichte die Stärke 10 der Beaufort-Skala. Bei Meilen sank ein Ledischiff, wobei ein Mann ums Leben kam.
 
 
Eine Woche später – am Gründonnerstag 1949 – lief das neue Dieselmotorschiff «Obersee» im Beisein von vier Generationen der Familie Oswald von Stapel. Die Jungfernfahrt war für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis, besonders auch der Schlusspunkt im Hotel Bellevue bei einer reichlichen Portion «Hecht gebacken». Die technischen Daten des neuen Bootes: Länge 16.0 m, Breite 3.7 m, Gewicht 9.6 t, Tragkraft 80 Personen.
 
 
Die Vorbereitungen für unseren ersten Schultag liefen auf Hochtouren. Insbesondere mussten wir mit einem Schultornister oder, wie wir das nannten, «Theek» ausgerüstet werden. Der «Schuh-Morger» offerierte z.B. eine Mädchenschultasche, Vollrindleder, braun genarbt für 27.80 Fr. und auch einen Knabenschultornister, Seehundfell, prima Leder für 32. 80 Fr.
 
 
Am Montag, den 25. April war es dann soweit. Unsere Mütter brachten uns zum Herrenbergschulhaus und überließen uns der Obhut von Lehrer Eugen Raiber.
 
 
Direkt neben dem Inserat vom Schuh-Morger wurde in einem anderen – etwas bescheideneren – das folgende Angebot gemacht:
 
           Offeriere infolge Massenfang lebende
 
          Brachsmen
                   per Pfund Fr. 1.–
 
          Brachsmen-Filets
                   per Pfund Fr. 2.20
 
           Mit höflicher Empfehlung
           Werner Weber
           Fischhandlung, Hurden
           Tel. 2 19 81

 
 

Link zur Annonce der
Magazine Keller-Ullmann
im Jahrbuch 1950
«RAPPERSWIL die Rosenstadt»

 
 
 
Mein (d.h. Georg Wicks) Schulweg begann mit dem Schlussstück der Unteren Bahnhofstraße vom Casino bis zum alten Postplatz. Wie es damals ausgesehen hat, zeigt das Bild nebenan.
 
Auf dem rechten Trottoir musste ich an der Rosenapotheke, am Coiffeursalon Rüfenacht, an der Café-Conditorei Zweifel, an der Tuch-Halle AG, an der Glashalle Fäh und am Modehaus Schnyder.
 
 
 
 
 
 
 
Im Unterschied zum Hinweg ging es auf dem Heimweg bergab. Zuerst den Herrenberg hinunter, vorbei am Pfarrhaus und am Heimatmuseum (herwärts vom Breny-Turm). Vor der Bäckerei Boltshauser musste ich dann rechts abbiegen zur Treppe, die hinab zur Schmiedgasse führt.

 
Schulweg
 
Schulweg
 
 
Vorfilm
 
 
 
 
In den Kinos wurde als Vorfilm der Werbefilm «Mitenand gaht’s besser» gezeigt. Er sollte um Verständnis für ein neues Beamtengesetz des Bundes (vom Schweizer Volk angenommen am 11. 12. 49) werben. Auftraggeberin für den Film war eine «Aktion des guten Willens».
 
Der Regisseur war Adolf Forter.
 
Das Szenenbild – mit Heinrich Gretler und Emil Hegetschwiler – entstammt dem Sketch «Am Postschalter».
 
Helbling
 
 
Am 18. Mai wurde mit den Herren Hutterli und Thalmann ein Mietvertrag abgeschlossen. Das ermöglichte die Verlegung des Fußballplatzes vom Eichriet an seinen früheren Standort in der Gartenstadt. Der Mietzins wurde aus Mitteln der Gemeinde bestritten.
 
 
Vor Christi Himmelfahrt (26. Mai) fanden wie jedes Jahr die Bittgänge statt: am Montag nach Jona, am Dienstag nach Bußkirch und am Mittwoch zum Kapuzinerkloster. 
 
   
Am 2. Mai wurde in Rapperswil eine Gesellschaft unter der Bezeichnung «Automobil-Handels-GmbH.» gegründet. Gesellschafter waren Alfred und Hermann Helbling, von Jona.
 
Für eine Aktiengesellschaft war zu wenig Kapital vorhanden, darum entschieden sich die Helbling-Brüder für eine GmbH.
 
 

Hier ein Link zu weiteren Inseraten
von Rapperswiler Auto-, Motorrad-
und Velohändlern, sowie Transport-
unternehmern, aus jenen Jahren.

 
Das Internationale Rapperswiler Professional-Kriterium vom 29. Mai wurde vor 5000 Zuschauern vom Tessiner Pietro Tarchini gewonnen. 26 Fahrer aus 7 Ländern waren am Start.
 
 
 
Am 18./19. Juni kämpften 26 Sechser-Mannschaften am «Grümpel»-Fußballturnier des Sport-Club Rapperswil.
 
 
 
Das katholische Pfarreivolk pilgerte an ersten Julisonntag getreu dem alten Gelöbnis von 1385 nach Maria-Einsiedeln.
450 Gläubige haben an dem Votivgang teilgenommen.
Die Wallfahrt war von prächtiger Witterung begleitet.
 
 
 
Die Ortsgemeinde kündigte dem Polenmuseum den Mietvertrag für das Schloss Rapperswil.
 
«Die Polen» akzeptierten die Kündigung nicht. Der Streit fand in der Schweizerpresse ein breites Echo. In den Streit schaltete sich auch der polnische Gesandte in Bern – Julian Przyboś – ein.

Hier mehr über Julian Przyboś

 
Im Juli organisierte das Polenmuseum eine Chopin-Ausstellung und zur Eröffnung am 10. Juli einen Klavierabend. Man feierte den 100. Todestag des Komponisten.
 
 
Neue Mieterin wurde dann die «Internationale Organisation für Burgenforschung», die im Schloss eine große Sammlung von Modellen von Burgen und Schlössern präsentierte.  
 
Das war für Lehrer Konrad Bächinger wohl eine willkommene Anregung, uns im Jahre 1953 – im Geschichtsunterricht der fünften Klasse – solche Modelle abzeichnen zu lassen.

Hier das Beispiel einer solchen Zeichnung

Chopin
 
 
Hanfländer
 
 
 
Am 13. 07. wurde der Grundstein für das evangelische Primarchulhaus in den Hanfländern gelegt. Festredner waren die Herren Toneatti (Präsident des Schulrates), Ammann (Präsident des Bezirksschulrates), Pfarrer Peter (evangelischer Pfarrer) und Architekt Oeschger.
 
Das Bild zeigt den vollendeten Bau im Jahre 1952.
 
 
 
Ebenfalls im Juli berichtet die Linth: "Die milden Abende werden auch dieses Jahr öfters noch zu später Stunde durch die Ständchen unserer beliebten Straßenmusikanten belebt. Seit einem Vierteljahrhundert ziehen nun die beiden unzertrennlichen Musikfreunde Christel Führer – vom «Steinbock» – und Fritz Gallati mit ihren Instrumenten durch die Straßen und Gassen unseres Städtchens, um die Einwohnerschaft unaufgefordert aus einem beherzten Idealismus mit ihren schönen Melodien «gute Nacht» zu wünschen. Habt herzlichen Dank, liebe Musikanten!"
 
 
In der Rubrik «Trauungen» steht in den Zivilstandsnachrichten des Monats Juli 1949:
Bächinger Josef Konrad, Lehrer, von Hohentannen, Kt. Thurgau, in Rapperswil, und Steiner Elisabeth Johanna, von Kaltbrunn und Rieden, Kt. St. Gallen, in Schmerikon.
 
 
Rathaus Rathaus
          vorher(Südfront)                 nachher (Ost- und Nordfront)
     
Die Renovation des Rathauses war zu einem grossen Teil abgeschlossen.
 
Die neue Bemalung der Fassaden wurde von Kunstmaler Fritz Braun aus Oetwil am See entworfen. Die Südfront wurde neu mit einer Sonnenuhr verziert.
 
Darüber steht zu lesen in einer Schreibweise, die ganz und gar nicht dem korrekten Fraktursatz entspricht:
 
          Stündli
 
 
Der Stadtrat von Rapperswil im Jahre 1949:
      Ferdinand Fürer-Gubelmann, Stadtammann (im Hauptamt)
      Jakob Furrer-Huber, pensionierter Zugführer
      August Hutterli-Kunz, Zimmermeister
      Theo Gschwend-Locher, Tierarzt (Vizeammann)
      Hans Sturzenegger-Meier, Primarlehrer
      Walter Honegger-Büchli, Prokurist
      Alfons Oswald, Rechtsanwalt und Bezirksgerichtsschreiber
(Stadtschreiber: Willy Bölsterli)
 
Stadtrat
 
 
 
 
 
 
 
 
 

LINK
zu einem Dokument
mit allen Behörden
Rapperswils
im Jahre 1949

 
 
 
 
Fausto Coppi gewann in diesem Jahr sowohl den Giro d’Italia (21. Mai – 13. Juni) als auch die Tour de France (30. Juni – 24. Juli). In beiden Mehretappenrennen wurde Gino Bartali Zweiter.
(Bild von der 16. Etappe der Tour de France)
 
 
 
Die Tour-de-Suisse rollte vom 30. Juli bis zum 6. August über die Schweizer Landstraßen. In acht Etappen mussten 1874 km zurück gelegt werden. Am Nachmittag des Schlusstages durchfuhr die Tour-Karawane Rapperswil, wo um eine – vom Radfahrerverein «Stadtrose» gestiftete – Prämie gespurtet wurde. Der Tross kam über den Seedamm und fuhr weiter nach Rüti. Am Zielort Zürich-Oerlikon feierte man die Schweizer Gottfried Weilenmann als Ersten und Georges Aeschlimann als Zweiten (siehe Bild).
 
 
 
Am 2. September wurde ein neuer Kehrichtwagen aus Leichtmetall in Betrieb genommen. Er sollte eine staub- und geruchlose Kehrichtabfuhr ermöglichen. Es wurden – im Prinzip – nur noch patentierte Ochsnereimer geleert. Die mehr als hundert säumigen Familien wurden mit einem Aufruf in der Zeitung dazu aufgefordert, endlich einen Ochsnereimer zu kaufen.
 
 
14./15. September:
Am 36. Schweizerischen Braunvieh-Zuchtstiermarkt gelangten 694 Stiere zur Auffuhr. Verkauft: 576. Höchstpreis: 6000 Franken.
30 Stiere wurden ins Ausland (nach Rumänien, Bayern, Italien und Österreich) verkauft.
Der Warenmarkt erweiterte seine Standfront und reichte von den Markthallen bis zum alten Postplatz. Es beteiligten sich rund 250 Marktfahrer am Geschäft.
 
 
Im September wurden in der Bundesrepublik Deutschland gewählt:
 –  Theodor Heuss, zum ersten Bundespräsidenten.
 –  Konrad Adenauer, zum ersten Bundeskanzler.
 
 
Anfangs Oktober wurden die DDR und die Volksrepublik China gegründet. 
 
   
 
Coppi
 
 
 TdS 49
 
Seedamm
 
  1878 war die Holzbrücke über den See durch einen See-Damm ersetzt worden. 1949-1951 wurde der Damm umgebaut. Die Fahrbahn wurde von 4.8 auf 8.5 Meter, das Trottoir von 2.2 auf 3.4 Meter verbreitert.
 
Die Zürcher wollten ihren Anteil an die Kosten für die zweite Bauetappe nicht bezahlen, wurden aber durch ein Bundesgerichtsurteil (vom 2. 6. 49) dazu gezwungen.
 
Es wurde eine Notbrücke gebaut, die am Donnerstag, den 20. 10. 1949 um 10 Uhr für den Auto-Verkehr frei gegeben wurde.
 
In der «Linth» im Oktober 1949:
 
        ra.  An der Schweiz. Molkereischule in Bern hat Eugen Wild, Sohn von Emil Wild-Hürlimann, Quellenhof, das Diplom mit bestem Erfolg erworben. Eugen Wild belegte unter mehr als fünfzig Kandidaten den ausgezeichneten 3. Rang. Wir gratulieren.
 
        ra.  Von außergewöhnlich warmer Witterung begünstigt, hat der traditionsgemäß mit der Kantons-Chilbi verbundene dritte Oktobersonntag selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Die Mittagszüge aus der zürcherischen und schwyzerischen Nachbarschaft führten etliche tausend Besucher nach Rapperswil, und im Velopark der Bundesbahnen wurden fast sechshundert Fahrräder eingestellt. Die reichlich dotierte Budenstadt auf dem Bahnhof- und Fischmarktplatz, die den Betrieb schon am Samstag aufgenommen hatte, erlebte am Haupttag einen Massenzustrom, der bis in den späten Abend hinein anhielt. Eines guten Zuspruchs erfreuten sich auch die Tanzlokale und Gaststätten.
 
 
Die Kilbi-Hauptübung der Feuerwehr leitete der Kommandant Hermann Welkerling.
 
 
 
 
Am 29. Oktober wurde – nach einem großzügigen Umbau – im früheren Hotel Stadthof das moderne Conditorei-Café Müller eröffnet. Der Inhaber, Konditormeister August Müller-Niedermann, empfahl in Inseraten: Schwarzwälder Torten, «Rapperswiler Austern», vorteilhafte Mittagsplättli, Weine, Bier und Liqueurs.
 
 
Cafe M/uuml;ller
 
 
Bruno  
 
   
 
 
 
 
Am Morgen des 4. Novembers verstarb unser lieber Kamerad
Bruno Zweifel.
 
Bruno war in der Café-Konditorei Zweifel aufgewachsen.
 
Mit einigen von uns zusammen hatte er schon Tante Sauters Kindergarten beim Sekundarschulhaus besucht.
 
Bruno war uns immer ein guter, lieber und treuer Freund.
 
Am 1. Dezember wurde durch Beschluss des Bundesrates der Brotpreis um zwei Rappen je Kilo erhöht. Das Halbweißbrot kostete neu 74 Rappen je Kilo. Der Preis für Schwarzbrot blieb unverändert.
 
 
Am 10. Dezember wurden in Stockholm die Nobelpreise überreicht. Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt der für Medizin an den Portugiesen António Egas Moniz (1874-1955). Er erhielt ihn "for his discovery of the therapeutic value of leucotomy in certain psychoses". Die Leukotomie oder Lobotomie – ein chirurgischer Eingriff am Stirnlappen – wurde damals auch eingesetzt zur «Heilung» der Homosexualität, die António Egas Moniz als eine der «certain psychoses» betrachtete.
 
 
Männerchor Rapperswil:
Unter der Leitung von Hans Oser wurde am 10. und am 11. Dezember in der evangelischen Kirche das Weihnachts-Oratorium von Joh. Seb. Bach aufgeführt. Der Männerchor wurde durch zugezogene Frauenstimmen ergänzt. Den Orchsterpart übernahm das Zürcher Tonhalleorchester. Solisten waren: Maria Helbling (Alt), John van Kesteren (Tenor), Werner Heim (Bass), Paul Schmalz (Orgel) und Margrith Bachofen (Klavier).
 
 
   

         LINK
         zu Informationen
         über den
         Männerchor Rapperswil
         zu jener Zeit


 
 
 
Vor Weihnachten erhielten wir Erstklässler unser erstes Zeugnis. Da standen noch keine Zahlen (1 für die beste, 4 für die schlechteste Note) drin, sondern Wortbeurteilungen wie «sehr gut», «gut», usw.
 
Unter dem Datum (20. Dez. 1949) und Lehrer Raibers Unterschrift stand da die eindrucksvolle Signatur des Pfarrherren und Primarschulratspräsidenten H. H. Bernhard Stolz. Vor allem das kreuzförmige «t» darin ließ uns damals ehrfürchtig erschaudern.

Stolz
 

         Zeugnis
Ende Dezember
Besprechung in der «Linth»
 
      Der beste Film der Weltproduktion 1949:       

Der dritte Mann

      (ra.) Wenn jemals ein Filmwerk den «Grand Prix» für die hervorragendste künstlerische Leistung ehrlich verdient hat, so ganz bestimmt der hochaktuelle Film «Der dritte Mann», welcher  ...  nun bereits als großzügige Neujahrsüberraschung dem treuen Stammpublikum des Schlosskino Leuzinger in Rapperswil vorgeführt werden kann. Die Qualitäten dieses einzigartigen Filmwerkes sind in mehrfacher Beziehung so außergewöhnlich, dass jedermann, der sich auch nur oberflächlich mit Filmischem befasst, zum Besuche dieses Wochenprogrammes ermuntert werden darf. ...
 
(Regie Carol Reed, Gran Prix du Festival de Cannes 1949)
  Third Man
 
 
 
1949 zählte man in der Gemeinde Rapperswil 54 Gaststätten:
23 Speisewirtschaften, 14 Hotels und Gasthöfe, 16 alkoholfreie Speisewirtschaften und ein Konditorei-Café. In diesem Jahr verzeichnete Rapperswil 8714 Hotelgäste und 16'645 Logiernächte.
 
 
Ende 1949 gab es eine «Wachtablösung» auf dem Polizeiposten. Wachtmeister Fritz Gubler-Eppenberger trat in den verdienten Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Wachtmeister Bartholomäus Suter.
 
Vor knapp zwei Jahren – beim Monatswechsel April-Mai im Jahre 1948 – war der Polizeiposten von der Mühlegasse in einen Neubau an der Oberen Bahnhofstraße disloziert worden. Und gleichzeitig trat Pm. Josef Gasser (der Vater unseres Klassen-Kollegen Heinz Gasser) als Nachfolger von Pm. Werner Krebs seinen Dienst in Rapperswil an.
 
 
Auch bei der Ortswehr wechselte das Kommando: Von Kommandant Wm. Viktor Halter und Kommandant-Stellvertreter Wm. Anton Geel zu Oblt. Walter Honegger und Adj. Uof. Hans Mosberger.
 
 
Am Berchtholdstag 1950 fand der berühmte Raubüberfall auf das Postamt Rapperswil statt. Maskierte Verbrecher drangen kurz nach Schalterschluss mit vorgehaltener Maschinenpistole in die Diensträume ein und entwendeten aus einer Schalterkasse 3297 Franken. Mit der Geldbeute konnten die Eindringlinge in einem vor dem Überfall am Hafen gestohlenen Personenwagen unerkannt die Flucht ergreifen. Die Kantonspolizei St. Gallen ordnete zur Fahndung nach den Verbrechern eine Großaktion an.
      Am 19. Januar wurde einer der Täter – der 22jährige Paul Schnyder – in einem Zürcher Trödlerladen verhaftet. Im Juni 1951 wurde er vom Kantonsgericht St. Gallen zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Strafe wurde im Dezember 1951 auf Grund einer Nichtigkeitsbeschwerde auf fünf Jahre Zuchthaus reduziert.
      Der andere Täter – der 26jährige Albert Boller, Vater von zwei kleinen Kindern – suchte im Wald zwischen Stallikon und Sellenbüren den Freitod. Bollers Gattin wurde – als Mittäterin bei einem Raubüberfall auf das Postamt Pratteln – ebenfalls verhaftet.
 
  
 
Am Dienstag, den 3. Januar 1950 gastierte die Winterthurer Operettenbühne im Casino. Zur Aufführung kam – in einer Wiederholung – die Operette «Im weißen Rößl».
 
 
Ebenfalls im «Casino» war am 15. Januar Premiere des Lustspiels «D’s Überbei», aufgeführt von der Theatergesellschaft Kempraten.
 

Am 1. Februar 1950 wurde die neue Heizanlage der katholischen Pfarrkirche in Betrieb genommen.
 
 
 
 
 
 
Am 6. März 1950 starb im Alter von 52 Jahren Konditormeister Eduard Zweifel-Pfenninger. Er war der Vater unseres – im November zuvor verstorbenen – Klassenkollegen Bruno Zweifel. In der elterlichen Bäckerei am Herrenberg aufgewachsen, übernahm Eduard Zweifel zusammen mit seinem Vater 1925 die Bäckerei Ruckstuhl an der Unteren Bahnhofstraße 24 und entwickelte das Ladengeschäft und die Kaffeestube zu schöner Blüte. Er war Flötist in der Cäcilia-Musikgesellschaft und verbrachte viele Mußestunden auf dem See. Mitten aus einem arbeitsreichen Leben wurde er von einer schweren Krankheit befallen. Er hinterließ neben seiner Gattin fünf unmündige Kinder. 
 
 
 
Eduard Zweifel
 
 
 
Trubka
 
 
Der Zirkusdirektor Eugen Knie feierte am 18. März 1950 seinen 60. Geburtstag.
 
Unter den Gästen waren auch Bundesrat Kobelt, Ständerat Schmuki und Stadtammann Fürer.
 
 
Der Zirkus Knie startete die Spielzeit 1950 in Rapperswil mit vier Premieren-Vorstellungen auf der Teuchelweiherwiese.
 
Die Tigernummer wurde von Dompteur Vojtěch Trubka präsentiert, der wenige Wochen später in Chur von einem Tiger angefallen und erheblich verletzt wurde.
 
 
 
Ende März 1950 war unser erstes Schuljahr zu Ende.

Zu diesem Termin wurde Fräulein Albertina Graf als Arbeitslehrerin an der katholischen Primarschule in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Fräulein Helene Krapf, die Tochter von Sekundarlehrer Anton Krapf, gewählt.
 
 

Rappi49
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
     Etwa so sah ein Plan der Stadt
     Rapperswil im Jahre 1949 aus.
 
 
 
 
 
 
 
     Eine Abfolge von Karten der
     Umgebung von Rapperswil
     für den Zeitraum von 1885
     bis 2015 findet man hier.
 
 

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