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1921
Passagier-Protokoll New York

 
1923
Geometrieheft von Onkel Ueli

 
1923
Passagier-Protokoll New York

 
ab Januar 1926
Buchhaltung der Käserei
Schwand-Menzingen

 
um 1927/28
Liederbuch von Onkel Ueli

 
1934
Einweihung des
Plattenkreuzes ob Näfels GL

 
1934
Inserat im
Gasterländer-Anzeiger
 
1940
«Die Rosenwicke»

 
1940
Großmutters Weihnachtsbrief

 
1945
Brief aus Amerika

 
1950
Reise nach Rom

 
1951
Bürgschein

 
1953
«Franziskus in der Großstadt»

 
1955
«Einfache Anfrage» von
Onkel Otto im Großen Rat
des Kantons St. Gallen

 
1960
Postkarte vom
Eucharistischen Kongress

 
ca. 1962
Wick Family Emblem

 
1968
Zum 75. von Onkel Georges

 
 
 
 
1919
«Hoch Zuzwil»

 
1939
«Familienrevue»

 
1944
Tante Anny wird 40

 
1953
«Es paar Müschterli
zur Wicke-Tagig»

 
1953
Tante Rosa & Onkel Georges
werden 60

 
1954
Zusammenkunft
der Kusinen und Vettern

 
1963
Onkel Georges wird 70

 
 
 
 
1970
Onkel Otto

 
1973
Onkel Carl

 
1976
Onkel Georges

 
1976
Onkel Ueli

 
1982
Pater Reinhold

 
1994
Tante Anny

 
diverse
Totenbildchen

 
 
 
 


 
Schnitzelbank «Hoch Zuzwil»
vermutlich zum 50. Geburtstag von Großmutter Ida Wick-Gubler
oder zum 60. Geburtstag von Großvater Georg Wick-Gubler
1919
 
Verfasst und vorgetragen vermutlich von:
Onkel Josef Wick  (Pater Reinhold Wick OFMCap)
 
(Melodie: Steh’ ich in finst’rerMitternacht)
  
         
  Hört alle gnädig unsern Sang.
Wenn wir ihn singen, wird uns bang.
Was der goldene Ring an der Königshand,
das ist an der Schweiz das Fürstenland.

Was an der Königin die Perlenschnur,
das ist Gross-Zuzwil an der Thur.
Das Fürstenland hat nur darum
sein treffliches Kriterium.

Einst lebte man auch in Zuzwil
rückständig, nach dem alten Stil.
Da wählte einer seine Frau
aus «Salomons Tempel» fürderau.

Und wie die Blumen auf der Flur
erblühte nun die Hochkultur.
Dort unten an des Lobergs Hang
ein altes Tätschhaus für uns stand.

Dort stickt und fädelt man im Haus,
und trinkt alljahr die Fässer aus.
Der Vater seufzt: „Holla, bigoscht!
De Sepp suuft wider alle Moscht.”

De Alt mues luege no debii,
wie di andere suufed, was em söt sii.
„Ond vo dim Rellä bini jetzt satt.
Ich hau der eis ofs Zifferblatt.”

Ond d’Mueter holt de Teppichchlopf-eer,
schwingt en met Macht über d’Buebe her.
Doch hend diä Freud, wi si denn seit:
„Mag’s nüme verlidä wie in frühnerä Zeit!”
 
 
  Üsi Ida schimpft i tickä Töö
öber diä Lappus vo s’George Söh.
De Schorsch statt Stiggä im Lokal
mets Huebers Hermux schnorret all!

Migg: „Wassda!” – mit preussischem Schneid –
„Ehr hend ä Glappets!” hätt er üs gseit.
Karl vo de Metzgi gratis bringt
zwei Kilo Chäs vom beschte Rind.

Paul em Schorsch ruckt «auf den Leib»:
„Is Zochthuus chonsch, du verruckte Cheib.
Ond d’Hedi macht so schön d’Frisur –
hüt gönd d’Torner vorbii bi de Muur.

Öttel, wie en Chüngelibogg
macht er äs Gfräss: „In Cher abe hogg!”
Sepp – met sinä Nerve fii –
troggt d’Chatz is Bronnetrögli ii.

Ond s’Anneli – sös ohni Fähl –
si hets schiints mit em Bisegger-Strähl.
Der Ueli brüelet im Verdruss,
wil er met Stiggetä of Wil i-e mues.

Das ischt en Tag is George Hus.
Begreift Ihr jetzt des Liedchens Schluss:
Dass Zuzwil ist seit jener Zeit
der Stolz der ganzen Christenheit?
 
 
 
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Angaben aus dem
Passagier-Protokoll (Passenger Record)
von Onkel Emil

Ankunft auf Ellis Island / New York
am 3. Januar 1921
 
  
 
Ellis 1912
 
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Eine Seite aus dem Geometrie-Heft
von Onkel Ueli

Sekundarschule Wil SG, Klasse II.a.
1923
 
 
Sek Wil
 
 
Wer die Sütterlinschrift nicht lesen kann, findet unter dem
 
Link zur Transkription
 

den Text in lateinischer Schrift. 
 
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Angaben aus dem
Passagier-Protokoll (Passenger Record)
von Onkel Paul

 
Ankunft auf Ellis Island / New York
am 3. November 1923
 
 
Ellis 1923
 
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Buchhaltung der Käserei Schwand-Menzingen  (ab Januar 1926)
 
Schwand
 
Schwand

 
 Onkel Carl war ein paar Jahre in der Schwand-Menzingen tätig
als Käser, Butterverkäufer, Schweinehändler und als Lehrmeister
seines jüngsten Bruders Ulrich. Tante Anny war zuständig
für den Haushalt und vielleicht auch für die Buchhaltung.
 
So karg – wie man uns weismachen wollte – war das Leben dort gar nicht.
Immerhin hatten sie ein Telefon, eine Unfallversicherung und Holz zum Heizen.
 
Über das Geschehen in der Welt waren sie bestens informiert durch das katholische
Familien-Wochenblatt «Der Sonntag» und die ebenso katholische Tageszeitung
«Neue Zürcher Nachrichten». Hier findet man:   Zitate aus den NZN
 
Im Februar 1926 lieferten die Bauern der Käserei-Genossenschaft Schwand
20'140 Liter Milch zu einem Preis von 26.2 Rappen pro Liter.
 
Hier findet man noch einige Informationen aus dem Statistischen Jahrbuch 1927
 
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Liederbuch von Onkel Ueli
(um 1927/28)

 
 
Liederbuch
 
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Programm der Einweihung des
Plattenkreuzes oberhalb Näfels

 
Pater Reinhold Wick OFMCap
war Initiant und Intendant
der Unternehmung «Plattenkreuz»  
 
 
Zum 50-Jahr-Jubiläum 1984 ist
ein Zeitungsartikel erschienen.
Hier der   Link zur Abschrift des Artikels
 
 
Plattenkreuz
 
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Inserat im Gasterländer-Anzeiger
 
Kaltbrunn   ·   22. oder 23. März 1934
 
 
Tilsiter
 
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«Familienrevue»
zum Siebzigsten Geburtstag
von Großmutter Ida Wick-Gubler
1939
 
Verfasst und vorgetragen von:
Onkel Pater Reinhold (Josef) Wick, OFMCap
 
  
         
 
Mer hend jetz gredt vo dä Muetter all
Jetz wömer s'Blatt emol wendä
Ond verzellä de Jubilarin allzumal
Vo all ehrä liebä Chendä.
 
Drü mol vier het sie ka, e heiligi Zahl,
Das ischt zom Multiplizierä
Si werdäd jetz noch em Alter all
Vor üs denn ufspazierä.
 
Vo jedem no e Versli chli
S'werd keines stolz drab werdä
S'Georgä Chend send allewil gsi
E glungni Geellsehaft of Erdä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Das eltescht ischt ä Meitli gsi.
Wo sie vo Gott empfangä
Als Kronprinzessin im Hüsli chli
Wa chamer o Grössers verlangä.
 
Kom hät si chönä stämpfelä
Hät si scho dörfä fädlä
Verwörft Nodlä ganzi Hämpfelä
Wär lieber go omewädlä.
 
Doch het d'Ida o viel Sorgä ka
Om üs, besonders d'Buebä
Drom gab ehrä Gott en guetä Ma
Dass sie dei besser chön g'ruebä.
 
Füf Chender hät ehrä Gott o gschenkt
Si erzieht si guet förs Läbä
Het secher debi scho mengmol denkt
A d'Muetter, wo zölfi ghäbä.
 
Ond viel hät si scho doregmacht
Als elteschts Chend ond Mamma
Doch het si denebed io mengä usgmaeht,
S'werd wohl vom Vater stamma.
 
Si bhüetet s'Grab vom Vater schö
Met Bluemä ond Gebetä
Üebt Gaschtfröndschaft i allä Tö
S'bringt Segä, i darf wettä.
 
Heb Dank för alli Müeh und Ach
För soviel frohi Stondä
Wo mer jo alli bim Zuezwilerbach
Bi Der hend immer gfondä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Schorsch, der eltescht vo de Buebeschar
Hät Witz ond Geischt vo obä
Hät gschtiggt ond gfädlät so manches Jahr
Dass mer ehn darob müend lobä.
 
Dass er en guete Schötz met chreftiger Hand
Das het der Sepp erfahre
Wenn er ehm hie ond do am Schärlistand
Öber d'Schokolade gfahrä.
 
Ond Buebä hät er frank ond frisch
Drei Eidgenosse vo Marchä
Ond ä Fräuli guet, ä Freud es isch
I sim Heimä e Bsüechli z'machä.
 
I dank Der hüt vo Herze no
För alli Huschä ond Flätter
Doch besser wärs gsi, i d'Höchi mi schlo
I wer vomä selber bräter.
 
För all i Freudä on Sonneschi
Wo d'brocht i üses Chörli
Sei der hüt dankt vo Groß ond Chli
Schorsch, b'halt of ewig s'Humörli.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Der Emil i dä Ferni lebt
Tuet s'Glück öberem Bach versuche
Doch ischt er hüt – was gisch was hescht –
Im Geischt sini Muetter go bsueche.
 
Ä Strüssli bringt er, i tüsch mi nicht
I blau ond wissä Farbä
Es seit de Muetter: Vergiss mich nicht!
I dank der för all dis Darbä.
 
Mer grüessed en ond s'Margeret.
Mer grüessed sini Chender
Bischt no so fern, bischt no so wit
D'Liebi siegt jo öber Meer ond Länder.
 
Ond danked Der ond lobed Di
Dass d' cho bischt üs go bsuechä
Ond soviel Liebi zeigt debi
Mer tüend Der 's ewig buechä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Karl vo alle halt er no
Darf s'gröschti Glück behaltä
I meine: met de Muetter froh
Sis Junggesellelebä entfaltä.
 
So gärn wör i sis Fräuli lobä
Doch lits schints nöd i de Wollä
Oder denkt er öppä do witer obä:
I gang doch no eine go holä.
 
Mer danked ehm gar alli hüt
Dass er d'Muetter so guet ufghobä
Dä Herrgott söl ehn allizit
Segnä ond schötzä vo obä.
 
En witerä Dank ganz speziell
Vo miner persönlichä Sitä
För alli Fläschä dunkel ond hell
Ond dass i soviel ha dörfä ritä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
No eine schickt Blueme, e ganze Struss
I rotä ond wisä Gwendli
Als grosse, dankbare Sohnesgruss
Oeberbrocht vo Chenderhendli.
 
Es ischt de Paul, der allizit
De Muetter met bsonderem Liebä
Ischt dankbar gsi, jo bis of hüt
Er werds o immer blibä
 
Er bringt Alperose ond Edelwiss
Das eini spricht vo Treui
Das andere will om jede Pris
Des säge, dass er sich siner Muetter freui.
 
Mer danked em Paul dei öberem Meer
Gott werd ehn scho bewahre
Denn d'Liebi zor Muetter, das seit de Herr
Werd Gottes Segä erfahre
 
Träg üsä Gruess vo de Heimat weg
O Herrgott zo all sinä Chindä
Zo Alicia lieb, zom Paul ond säg:
„Möged Ehr üs einscht wiederfindä.”
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
 
 
„E Meitli gottlob” hets gheisse wohl
Wo d'Hedwig ischt geborä
„Mer hend bigoscht no Buebä toll
Sischt Hopfä ond Malz verlorä.”
 
Si het en Ma gad comme il faut
Mi Götti ischt er wordä
I glaube, dass er hei dervo
Dä beschte Chond im Ordä.
 
Bis Chüngä inä, i säg es gad
Do isch eim wohl bim tusig
Ond wenn dä Josef öppä z'spat,
So sorged drü för d'Musig
 
Mer wünsched dene liebe Beggerslüt
En grosse, grosse Segä
Damet, wemer wieder z'Gascht cho söt,
En Stammhalter chönd entgegeträge.
 
Ond danke tüend mer denn o no
För alli Liebi ond Güeti
Die mer erfahre vo de Hedwig froh:
Dä Himmel aber b'hüet Di!
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Was Otto so oft mit Sepp betrieb
Das triebt er jetz mit Rechtä
Met Margeret: Zom Zitvertrib
Tuet er hie ond do achli fechtä.
 
E herrlichs Glück ischt em öber Nacht
Dor sini strammi Martinä wordä
Da het dä Herrgott no ganz voll gmacht
Wo si ischt Muetter wordä
 
Mer alli hend – wie Du – dra Freud
Met emä Meitli het d'Muetter begonnä
Ond het denn no, so sagen's die Leut,
Acht Buebä dezue gewonnä.
 
Da wünsched mer alli gross förwahr
Em Otto ond dä Martinä
Ond wenn i wieder z'Gascht herfahr:
Gell bringscht wieder vom Besserä inä.
 
Ond z'dankä hend mer o so viel
En Besserä ischt nöd z'findä
Als üsä Otto, i säg nöd z'viel
Das wössid Euri ond d'Giessner Chindä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Wo s'Nöchscht cho ischt, dä Sepp isch's gsi,
Do tuet dä Schorsch achli chrosä
„Scho wieder eis, wo gwöss wieder i
Im Wage muess omestossä.”
 
Doch em Sepp machts nüt, er lacht debi
„Wart no bis i en Grossä
Denn muescht du mi, o Ironie,
Im schönschte Auto omestossä.”
 
En Chapeziner hets denn ge
Dä Vater hät's nöd verrotä
Denn er het allewil, o weh
Vom ä chlinä Vechhendler grotä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Ond s'Anneli, jo i grüessä si
Ischt si jo mer verbondä
Mengs Johr ond Tag, so lieb för mi
Zom Chueferli abegsprungä.
 
Was alles i – i dä Jugedjohr –
A Gheimnis ka onder Chendä
Da het si alls, es ischt gwöss wohr
Schlaumeierisch gwösst usezfinde.
 
Si ischt met ehrem Walter treu
Als glücklichi Ehfrau zfredä
Mer wünsched ehnä zor gröschtä Freud
Zeh Chend inrä Wiegä vo Wedä.
 
I chom denn scho zor Taufi her
Ha d'Vollmacht nöd vergäbä
Wör gern Eu alles auch dankä schwer
Woni bi Eu ha dörfä erlebä.
 
Wer s'Anneli kennt, der weiss es au
Sie ischt treu wie Gold ond güetig
Mer danked der, Du jungi Frau:
De Herrgott aber b'hüet Di!
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Das Jüngschte vo alle, der Ueli nett,
Er ischt en flottä Kerli
Het früehner meischt bim P.K.Z.
Sini Ichäuf gmacht, jo währli.
 
Het lang scho gwösst, weli dass er wöt
S'ischt eini vo Wolleraue
Drom freuts ehn, dass er si verwötscht
Die bescht vo de Höfnerfraue.
 
Er ischt jetz i dä Rosestadt
Ond freut sich siner Stellig
Vom Herrgott gsegnät i der Tat
Drom ischt er o so selig.
 
En frohä Dank em Ueli jetz no
Wo er ischt, do tuet mer si freue
o bhalt Di Lachä, blib allzit froh
Es muess Di niä gereue.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
Ond zwei au no, si send au do,
I darf si nöd vergessä
E Karli ond e Berteli na
Chönd Muetterliebi em beschtä ermessä.
 
Si träged e goldni Chronä met
Vom Herrgott z'öberreichä
För d'Muetter guet, ehres Haupt er wet
Demet ganz bsonders uszeichne.
 
Ehr guetä Chend, wie hend ehr recht,
Dass ehr cho send met de Chronä.
Denn de Himmel elei, no er ganz grecht,
Cha Muetterliebi belohnä.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
No einmal nemm üsri Glückwünsch hie
O Muetter vo siebzig Johre
Mögscht Du met achtzgä no bi üs si
Ond glücklich met greise Horä.
 
So schliessen wir das Liedchen lang
Werft weg heut alle Schmerzen,
Und was dem Verslischmied dran nicht gelang
Das verzeihet ihm von Herzen.
 
Ecce quam bonum et quam jucundum
Habitare fratres in unum.
 
P. Reinhold
 
 
 
 
Das Leitmotiv «Ecce quam bonum» stammt aus der lateinischen Bibel (Vulgata · Psalm 133:1).
Es wird um 1800 Refrain eines Rundgesangs, der in den Lebens-Ansichten des Katers Murr von
E. T. A. Hoffmann als das «wahre, echte Weihelied» der (Verbindungs-) Studenten erwähnt wird.
 
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Hochzeits-Zeitung
 
Titelkopf
 
Anlass:
Heirat von Rosa Steiner und Carl Wick
14. Oktober 1940
 
 
Rosenwicke
 
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Weihnachstbrief
 
von Großmutter Ida Wick-Gubler
an die Familie Wick-Höfliger, Rapperswil
 
Abschrift
 
 
     

 
 
 
                                               Uznach, 22. Dez. 1940

Meine Lieben!

Bald naht das hl. Christfest, ein Fest des Friedens
& der Freude. Auch ich freue mich, Euch ein
kleines Geschenk zu machen durch das lb. Christkind.
Ich wünsche Euch also eine recht gnadenreiche,
freudige & gesegnete Weihnacht. Die Kinder
werden das Christkind auch fast nicht erwarten
mögen. O selig, o selig, ein Kind noch zu sein.
Würde gerne Euren Christbaum heuer betrachten,
aber die Kälte hält mich zurück, ich bin froh,
wenn ich an der Wärme sein kann. Der Winter
ist immer böse für mich.

Lieber Ueli! Sollte Dir das Hemd nicht passen,
kannst es austauschen, aber bald.

Neues weiß ich nicht zu melden & sende ich
Euch Allen die herzl. Grüße von Eurer Euch
liebenden

                                               Mutter & Grossmutter

   Die Kapuze hab ich für Antonettli gemacht, weiß
   nicht, ob sie paßt, hab sie eben grad ungefähr
   gemacht, hoffe ja. Das Barchettuch habe
   Marie zugedacht, jetzt ist man sosehr auf warmes
   eingestellt, hoffe, daß ich nicht fehl gehe.
 
 
 

 
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Glückwunsch
 
Anlass:
eventuell der 40. Geburtstag
von Tante Anna Baur-Wick
1944
 
verfasst von:
Onkel Pater Reinhold Wick OFMCap
 
vorgetragen von:
Annamarie Wick
 
 
         
 
I bi en chlinä Stumpä,
 
ond wie mi Gott erschaffe hätt,
 

I ha Di gern oms Läbe,
 
ond Schoki mer hesch gäbä,
 

Als chlis Stadtfräulein wünsch i
 
Au no am Jubelfirtig,
 

Ond no langi, langi Zitä
 
Das wünscht vo minerä Sitä,
 
 
 
aber e kei Bär,
 
so gratulier i Der.
 

will d’brav und guet bisch halt
 
ond gueti Sache zalt.
 

dass D’ glücklich seiesch all.
 
wod gosch, gad öberall.
 

met üs mögsch fröli si.
 
d’Rapperswiler Annemarie.
 
 
 
 
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Brief von Onkel Emil aus Amerika
 
An Familie Wick-Kühne
Wollerau
 
 
Erste Seite
 
Brief Emil
 
 
Zweite Seite
 
Brief Emil
 
Schlecht lesbarer handschriftlicher Anhang:
 
Entschuldige die Fehler, Margretli hat den Brief geschrieben, & ich bin herzl. froh, dass sie soweit ist.
Sie ist sehr gut in der Schule. Jedes Jahr bekommt der beste Schüler in der 8ten Klasse unentgeltliche
Schulung in der kath. Mädchenhochschule & sie ist eifrig daran den Preis zu gewinnen.
Arlene ist ala „Wassda”. Der Mensch ist willig etc. etc.
Herzl. Grüsse & nochmals herzl. Dank für die Patenschaft an Euch alle von uns allen
Emil              
Dein Göttibueb Emil erinnert mich oft an das Lied: „Kommt der Turner auf die Welt”.   . . .
 
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Reise nach Rom
 
Pater Benedikt OFMCap (Hospiz Zürich-Seebach)
Pater Reinhold Wick OFMCap (Hospiz Zürich-Seebach)
Pfarrer Balz Schwyter (Pfarrer in Kloten, geb. 1915, gest. 1951)
Onkel Ueli Wick

 
 
Fotos · Vor dem Petersdom
 
Foto Rom     Foto Rom
 
 
Postkarte an Familie Wick, Kaltbrunn
 
Karte Rom
Karte Rom
 
Die Briefmarke der POSTA DEL VATICANO wurde abgelöst und wohl für die Missionen gespendet.
 
 
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Bürgschein
 
Teil der Titelseite
 
Anlass:
Milchkauf von Ulrich Wick-Höfliger
November 1951
 
 
Bürgschein
 
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Das Buch von Pater Reinhold über
seine Erfahrungen als Hausmissionar
in Zürich 1940 – 1953
 
Vorderteil des Umschlags
 
Luzern, Räber 1953, 243 Seiten, Leinen
 
 
Franziskus
 
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Familienballade
 
Zum Wicken-Treffen am 11. Januar 1953
im Hirschen in Kaltbrunn
 
Onkel Karl Wick-Steiner hatte auch die junge Generation eingeladen.
 
Er selber hat die 69 Strophen der Familienballade vorgetragen.
 
Der Länge wegen wurde sie auf eine eigene Seite ausgelagert.
 
hier geht es zur Familienballade
 
 
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Glückwunsch
 
Zur Feier der 60. Geburtstage von
Tante Rosa und Onkel Georges Wick-Kühne
1953 in Wollerau

vermutlich verfasst und vorgetragen von:
Onkel Pater Reinhold Wick OFMCap
 
 
Klares Aug’ und sicherer Blick,
das ist Art der Wick
Gütig, mütterlich und zart,
das ist Kühne-Art.

Drängerisch und stürmisch Blut
in allen Wicken ruht.
Sanftes Öl auf Sturm und Drang
mehr der Kühne Hang.
 
Gern zuhaus’ und gern allein,
so will Rosa sein.
Georges hält’s weniger zuhaus’.
Er zieht gerne aus.

Seiner Jugend Lieblingsfach:
Physik war’s, und allgemach
ward’s dem hellen Kopfe klar,
wo das Glück zu suchen war.
  
 
Pole, ungleich, wenn sie sind,
Ziehen an sich all geschwind.
Gegenteiliges wird erreicht,
wenn sie gleich und gleich geeicht.

So fand unser Georg Wick
– schnell und auf den ersten Blick –
dass es Rosa Kühne sei,
die die rechte Frau ihm sei.

Und die Zukunft hat gezeigt,
dass die Physik glücklich freit.
Ruhig Blut und stürmisch Drang
gaben einen guten Klang.

Sechzig sind sie jetzt die Zwei,
so glücklich wie im Liebesmai.
Hoch die Rasse Kühne-Wick
Gott lenk’ in Gnade ihr Geschick.
 
 
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Schnitzelbank
 
Zum Wick’schen Kusinen- und Vettern-Treffen
1954 in Zuzwil oder Rapperswil

vermutlich verfasst von:
Tante Maria Wick-Höfliger
 
(nach der Melodie von «Juppeidi und Juppeida»)
 
 
 
 
NIKLAUS BRUNNER
 
In der Post, dort an der Sihl,
krampft ein Herrlein von Zuzwil,
die Arbeit ist ihm zwar nicht hold
denn allzu klein ist doch der Sold.
 
Drum ging er in das Gasterland,
wo er ’ne nette Stelle fand.
Dort macht er frischen, guten Käs
und für die Ferkel mäht er Gräs.
 
 
RITA KÜNG
 
Hat die Rita einen Koller
fährt sie sonntags mit dem Roller,
in Begleitung eines Kavaliee.
Jetzt geht's nicht mehr a piee.

In der schönen Rosenstadt
wird der erste Halt gemacht.
Sie erblickt den Cousin nicht
denn Sie ist zu sehr beglückt.
 
 
GEORGES WICK
 
Schorsch ein Existenzialist
trägt en Schnauz von kurzer Frist,
ähnlich einem Fuchsenschwanz
mit Melkfett erzielt er den schönsten Glanz.
 
Wenn er mit dem Töffli pfuppft
und dabei die Hühner rupft,
steht ein Mädchen am Wegesrand,
bleibt er stecken wie im Sand.
 
 
 
 
KARL WICK
 
Und der Karl von Wollerauen
fährt dann montags mit den Sauen.
Basel ist dann sehr erpicht,
wenn nur im Wagen sitzt der Wick.
 
 
JOSEF WICK
 
Mit einem rassigen Weisheitsdeckel
reist ein Student, es ist der Seppel.
Weil d'Wollerauer ihm zu dumm
geht er ins Schwyzer Gymnasium.

Auf Ferien ist er ganz versessen.
Er darf dann wieder Milch ausmessen.
Per Auto fährt er – das ist glatt –
vom Riet bis in die Schollenmatt.

 
MARGRIT WICK
 
Vom Giessen her ’ne holde Maid
will kaufen sich ein neues Kleid.
So fährt sie denn nach Rapperswil:
’nen Rock will sie im neuen Stil.
 
Oh! dieses Grüne steht mir gut!
Doch Margrit sei stets auf der Hut!
Das Decolleté ist gar so gross!
Der Vater findet’s nicht famos.
 
Drum gehe heim und kehre wieder,
wo du’s gekauft: beim Karli Schnyder.
Karli sprach das schickt sich nicht,
denn du bist ja gar nicht dick!
 
 
 
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«Einfache Anfrage» von Onkel Otto im Großen Rat des Kantons St. Gallen
Frühjahrssession 1955  ·  Erste Sitzung am Montag, den 9. Mai 1955, 14.15 Uhr

 
Abschriften von drei Textstellen in dem «Protokoll der ordentlichen Frühjahrssession, 9. bis 11. Mai 1955»
 
 
Großer Rat SG
 
Onkel Otto war ein großer Freund großer Hunde. Also kein Wunder, dass er auch im Großen Rat das Thema aufs Tapet brachte.
 
Ob es je dazu gekommen ist, dass er – hoch auf dem pneubereiften Wagen sitzend – mit seinem Hundegespann über die Asphaltstraßen des Gasterlandes gefahren ist?
. . . Wer weiß?
 
Gieß
 
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Postkarte vom
Eucharistischen Weltkongress 1960
in München

 
Unterschriften:  
Sepp (Josef von der Tägernau)
Ivo Carneiro (Studienkollege von Josef)
Hansueli und Georges (Rapperswiler)
 
 
Kongress München
 
Auf dieser Reise – mit dem schwarzen Tägernauer-Buick –
hatten die vier einen treuen Begleiter mit dabei, den Ohrwurm:
«Wir wollen niemals auseinandergehn» von Heidi Brühl.
 
Auf dem letzten Stück der Heimreise – drüben in der March –
kam der Buick ins Schleudern und landete in einem Feld.
Der Buick war arg demoliert, die vier Insassen blieben heil.
 
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The famous Wick Family Emblem
made by the also famous
SWISS SCHIFFLI EMBRODERY CO. LOS ANGELES
sometime around the year 1962

 
 
Wick Emblem
 
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Glückwunsch
 
Zur Feier des 70. Geburtstags von
Onkel Georges Wick-Kühne
28. August 1963
 
verfasst von:
Anton Höfliger (Schwager des Rezitators)
 
vorgetragen von:
Onkel Ulrich Wick-Höfliger
 
 
 
Mein Bruderherz hat heute
vollendet siebzig Jahr,
drum spend’ auch ich paar Worte
dem lieben Jubilar.

Als Jüngster von der Sippe
hab ich besondern Grund
dem Georg heut zu danken
für jede gute Stund.
 
Für jede Bruderhilfe,
für jeden guten Rat,
mit dem an Vaters Stelle
er mir geholfen hat.

Sein reich erfülltes Leben
als Sticker er begann,
er war mir dann ein Vorbild
als strammer Käsersmann.
 
Die Arbeit lief ihm leichter
bei Witz und froh Gesang,
und Musikertalente
verriet des Hornes Klang.

Dem Vaterlande diente
Georg als Pionier
und hatte er mal Pause,
war Jassen sein Plaisir.

Gar sicher war sein Auge
und ruhig seine Hand,
wenn Schorsch als Meisterschütze
betrat den Scheibenstand.
 
Plaketten, Kränze, Becher
sind seiner Stube Glanz,
dem Veteranen harret
noch heute mancher Kranz.
 
 
Wer so im täglich Leben
bewährt sich jederzeit,
der hat sich auch beizeiten
ein liebes Kind gefreit.

Zur Rosa kam der Georg
gar kühne angetrabt,
hat sie um ihre Treue
und Liebe keck gefragt.

Sie mussten nicht bereuen
den schönen Lebensbund,
drei Söhne, stramm und tüchtig,
die geben davon Kund.

Sie stehen treu zusammen
und wohl der schönste Lohn
ist Schorsch für Müh und Sorgen
der jüngste Priestersohn.
 
Drum wollen wir uns freuen
an diesem schönen Tag,
vergessen alle Sorgen
und alle Käser-Plag.
 
Nimm Bruder dieses Kistchen
und lass nach Deinem Brauch
den Inhalt sanft vergehen
in wohl geschmecktem Rauch.
 
Dazu gehört natürlich
ein Tröpfchen wunderbar,
es sei Dir heut gestattet
ein Schluck für jedes Jahr.
 
Und jetzt – mein lieber Bruder –
dank Gott für Dein Geschick,
bleib uns gesund und munter,
das wünscht Dir Ueli Wick.
 
 
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Einladung zum Geburtstagsfest von
Onkel Georges am 25. August 1968

 
Entworfen, gedruckt und mit Silberglimmer verziert
vom Sohn Georges Wick
 
 
Georges 75
 
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  Totenpredigt  auf
 
Otto Wick-Fäh
*  2. August 1901
† 24. August 1970
 
gehalten von
Pfarrer Xaver Lenherr
bei der Totenmesse in
der Pfarrkirche Benken
 
 
  + Onkel Otto +
 
 
 
   
Verehrte Trauergemeinde,
 
Ich bitte um Verständnis, wenn die Trauerrede auf unseren lieben Mitbruder Otto Wick-Fäh – Käsermeister und alt Kantonsrat, Gießen – etwas stark persönlich gefärbt ist. Unsere gemeinsame Freundschaft hat schon vor sechzehn Jahren begonnen, als damals der liebe Verstorbene die Kirchenverwaltung nach Rorschach führte, um einen neuen Pfarrer zu suchen für Benken.
      „Ich werde nun hingeopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe: Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Im übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, welche mir der Herr an jenem Tage geben wird, der gerechte Richter.”  (2. Tim. 4, 6-8)
      Ein Sterbegebet haben wir nun gehört, das Sterbegebet des grossen Weltapostels. Er fühlte, dass seines Bleibens auf Erden nicht mehr lange sei, der Tod stand ihm nahe bevor. Aber er schaut ihm ruhig ins Auge. Er kann ja getrost von sich sagen: Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. So kann er mit sicherer Hoffnung hinüberschauen in die Ewigkeit zum gerechten Richter.
      An dieses Sterbegebet erinnerte ich mich, als ich am letzten Samstag gegen zehn Uhr unserem lieben Mitbruder und Freund Otto Wick die heiligen Sterbesakramente spendete. Gewiss, man soll nicht von persönlichen Dingen reden, die gleichsam nur unter vier Augen gesprochen wurden. Aber es drängt mich, uns allen – zur Lehr und auch zum Trost – zu sagen, wie angstlos und wie hoffnungsfroh der Abschluss eines Menschenlebens sein kann, wenn es richtig gelebt wurde. Ich fragte ihn, ob er das heilige Sakrament der Krankenweihe wünsche. Ohne «wenn und aber», nein mit einem freundlichen Wort: "Ich danke Dir schon zum voraus, du denkst doch an alles, das ist recht so, ich will gerne die heiligen Sakramente empfangen." So hat er sich frohen Herzens gerüstet für seine letzte Reise.
      Zuzwil ist der Geburtsort, wo Otto am 2. August 1901 den guten Eltern Wick Johann Georg und der Maria Ida geborene Gubler in die Wiege gelegt wurde. Im stillen, friedlichen und sonnigen Haus dieser arbeitsamen und tüchtigen Stickersleute verbrachte Otto im Kreise von neun Geschwistern eine überaus glückliche, wenn auch arbeitsreiche Jugendzeit. Oft hat Otto erzählt, wie er in der Schule eingeschlafen sei, weil er bis spät in der Nacht daheim beim «Fädeln» mithelfen musste. Aber nicht nur um berufliche Tüchtigkeit bemühten sich die Eltern für ihre Kinder, sie vermittelten ihnen auch einen tief religiösen Sinn. Sie trachteten darnach aus ihren Kindern tugendhafte, charakterfeste und kirchentreue Menschen heranzubilden. Es ist zu verwundern wie alle Kinder, Söhne und Töchter sich durch Fleiß und Tüchtigkeit mit dem reichen Segen Gottes es zu großen und schönen Erfolgen gebracht haben. Der schöne Familiensinn, den sie alle von daheim geerbt hatten, pflegten sie all die Jahre hindurch. Es war immer eine herzenserquickende Sache, wenn man einmal bei einer größeren oder kleineren «Wick-Versammlung»  dabei sein konnte. Da wurde gesungen, gelacht und erzählt, dass es eine Freude war. Trübsal und Düsterkeit waren unbekannte Begriffe.
      Wie Otto die Schulbank verlassen hatte, trat er im Thurgau in die Käserlehre ein, und nachher bildete er sich noch weiter in seinem Berufe aus an verschiedenen Orten, so auch in Ernetschwil und dann längere Zeit bei Herrn Ziegler in Benken. 1930 übernahm er die Käserei Gießen, wo ihm seine liebe Mutter und die besorgte Schwester Hedwig drei Jahre tapfer zur Seite standen.
      Der Tag, wo zwei Liebende am Traualtar den grossen Lebensbund schließen, ist ein entscheidungsvoller Tag, von dem meist Heil oder Unheil für’s ganze Leben abhängen. Wohl wissend um das, hat Gott dieses Jawort zum heiligen Sakrament erhoben. Auf Ottos Hochzeitstag mit Jungfrau Martina Fäh ruhte sichtbar der Segen Gottes. Am 8. Mai des Jahres 1933 schritten die beiden hier in der Pfarrkirche Benken an den Traualtar. Gewiss, es würde ja eine Ehe nicht von Menschen geschlossen, wenn es nicht etwa Meinungsverschiedenheiten gäbe, aber wir dürfen sagen, dass diese Ehe eine überaus glückliche war, denn die beiden haben sich ausgezeichnet ergänzt und haben alle Jahre mit grossem Fleiß eine immense Arbeitslast bewältigt.
      Sechzehn Jahre haben sie miteinander auch noch die Käserei in der Steinenbrücke, Kaltbrunn geführt. Hatten sie auch dort in den beiden Herrn und Frau Hasler treue und tüchtige Verwalter, so lag doch die Oberaufsicht und die ganze Kalkulation auf ihren Schultern.
        Otto war mit ganzer Seele bei seinem ihm sehr lieben Beruf. Mit pünktlicher, ja peinlicher Gewissenhaftigkeit versah er seinen Dienst. Er hat die flüchtige Zeit mit Taten ausgefüllt und so seinem Leben Gehalt und Sinn gegeben. Weil er ständig am Ausbau seines Willens gearbeitet, sah er auch seinen Erfolg wachsen und gedeihen. Das Arbeiten unseres lieben Otto hatte nichts Kleinliches, sondern etwas Großzügiges, nichts Schablonenhaftes und Verkrampftes, sondern etwas Selbständiges, ihm fehlte nicht die persönliche Note. Oft hatte er ein Lied auf den Lippen während die Käsemasse sich in dem grossen Kessi im Kreise drehte.
 
   
 
 
      Seine hervorragenden theoretischen und praktischen Fachkenntnisse haben ihm dauernde Erfolge errungen. Mit seinen Untergebenen, den Mitarbeitern hatte er ein gutes Verhältnis. Misshelligkeiten und Zerwürfnisse waren ihm zuwider, obwohl er alle Jahre einmal sein rassiges Wick-Temperament zeigte, war es nie bös gemeint. Aber ein Mann ohne grosses Temperament leistet auch nichts Grosses! Schlafmütze und Filzpantoffeln waren nicht seine Wappenzeichen. Immer aber behandelte er seine Mitmenschen lieb und gut, und wie viel er finanziell geholfen hat als Bürge oder sonstwie, was er Gutes mit der rechten Hand tat, von der die linke nichts wissen durfte, das weiß der Herrgott! Noch auf dem Sterbebett hat er mir gesagt, dass er stets bestrebt war, dass seine Mitarbeiter den Gottesdienst besuchen konnten, wie er ja auch diesbezüglich das schönste Beispiel gab.
      Jedermann  durfte fühlen, dass Wohlwollen und Wohltun die Triebfedern seines Handelns waren. Das wussten aber auch alle zu schätzen und lohnten es ihm mit Achtung und Liebe. Trotz seiner großen beruflichen Erfolge und Leistungen blieb er ungewöhnlich bescheiden und demütig. Protz und Stolz lagen ihm weit fern. Lieber als von seinen Erfolgen hat er von seinen arbeitsreichen Jahren erzählt. Es ist ja ein altes Gesetz: „Wo Weisheit, da ist auch Demut.” (Spr. 11.2)
      Seine Gattin Martina hat ihm acht Kinder geschenkt. Sie war Otto nicht nur eine hilfsbereite, hingebende Frau und Mutter der Kinder, sie hat auch alle immer seelisch gefördert und gehoben. Sie hat ihrem religiösen Handeln und Wollen Kräftigung und Höhenlage gegeben. Der Psalmist sagt: Eine gute Frau legt den Grund zu anderer Glück. „Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und es wird ihm an Gewinn nicht fehlen.” (Spr. 31.11)
      Gerne hätte der Vater das Wohlergehen aller Kinder noch mit Rat und Tat begleitet und ihre weiteren Schritte geführt, aber er wird es von der Ewigkeit aus tun. Liebe Söhne und Töchter, hört Euren lieben Vater zu Euch reden: „Liebe Kinder! Euch habe ich im Herzen getragen, Euch meine Freude und meine Zierde. Wandelt würdig des Evangeliums, wie auch ich, Euer Vater, diesen Weg ging und dabei glücklich war. Machet meine Freude vollkommen! Haltet fest am Worte des Lebens, mir zum Ruhme und Euch zum Glück.” „Habet keine Sorge. In jeder Lage sollen auch Gebet und Arbeit, Liebe und Gutes tun helfen. Und der Friede Christi, der alle Fassungskraft übersteigt, bewahrt Eure Herzen und Eure Gedanken in Christus Jesus.” (Phil. 4.6-7)
      Das Lebensbild unseres lieben Entschlafenen wäre ganz und gar unvollständig, wollte ich nicht noch erwähnen, was Otto der Öffentlichkeit geschenkt. Je drei Amtsdauern: 1948–1957 war er Gemeinderat, und 1951–1960 vertrat er unsere Region im Kantonsrat, sechzehn Jahre war er der große Mäzen und Vereinsvater des Orchestervereins, viele Jahre den Jägern auf ihrer Pirsch ein treuer Kamerad, und über zwanzig Jahre war er Mitglied des Sekundarschulrates, von denen er sechzehn Jahre mir ein lieber Freund und uns allen stets ein überlegener Berater und Mitarbeiter war. Diese Stunden, mit dem lieben Otto, sind uns in liebster Erinnerung.
      In rastloser Pflichterfüllung und unverdrossener Arbeit, in Gebet und Gottesdienst und Gutes tun, in häuslichem Glück und froher Zufriedenheit flossen all die Jahre dahin. Am 1. Mai dieses Jahres hat er seinem Sohn Niklaus, der vor kurzem die Meisterprüfung gemacht, die Käserei übergeben und schon am 5. Mai musste er ins Spital. Es ging wieder besser, und so wollten sich die lieben Eltern am 9. August wohlverdiente Ferien gönnen. Da brach aber sein Leiden aus und er musste zurückkehren, musste ins Spital und schon nach fünf Tagen wurde unser lieber Otto heimgerufen zum ewigen Feierabend. Friedlich und gottergeben, wie er gelebt ist Otto von uns gegangen.
      Lieber Otto, wir alle danken Dir für alles Liebe und Gute, für jeden Scherz und jede gute Tat, die Du uns und der Öffentlichkeit geschenkt hast in so reichem Maße.
Im Namen der Hinterlassenen danke ich allen, die dem lieben Verstorbenen im Leben Gutes getan. Besonderen Dank auch dem Herrn Dr. Mühlebach, dem Herrn Chefarzt Dr. Mäder, seinen Helfern und dem treu besorgten Pflegepersonal des Bezirksspitals Lachen.
      Dank allen, die ihm so überaus zahlreich das Grabgeleit gegeben, den treuen Jagdkameraden für den Abschiedsgruß, dem Orchesterverein für ihr Spiel, vor allem auch den priesterlichen Mitbrüdern, die heute in Konzelebration mit dem lieben leiblichen Bruder Pater Reinhold das heilige Opfer feiern; und danken darf ich im Namen des lieben Verstorbenen für die sehr vielen heiligen Messen und die dreißig heiligen Gregorianischen Messen.
      Nun segnen wir die ewige Ruhe unseres lieben Freundes, und er ruft uns zu: „Nicht allzu fern ist die Stunde, die Euch mit mir wieder vereinen soll in unsterblichem Glück.”
      „Festigt eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe.” (Jak. 5,8)
      „Nur eine kleine Weile und ihr werdet mich wiedersehn.” (Joh. 16.16)
 
 
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  Nachruf  auf
 
Carl Wick-Steiner
*  23. Mai 1897
† 13. April 1973
 
 
erschienen im
St. Galler Volksblatt
118. Jhg. Nr. 47

 
  + Onkel Karl +
 
 
 
 
Zum Hinschied von alt Käsermeister Carl Wick, Kaltbrunn
 
Obwohl es in den letzten Jahren um Carl Wick ruhiger wurde, hat Kaltbrunn mit seinem Hinschied eine markante und weit herum bekannte Persönlichkeit verloren. Bis weit über die Kantonsgemarkungen hinaus, vor allem in Berufskreisen, war sein Name geachtet und geschätzt. Das äußere Zeichen dieser Wertschätzung widerspiegelte sich in eindrücklicher Art am Beerdigungstage, wo nicht nur die einheimische Bevölkerung – vor allem die Bauernsame – sondern auch Freunde und Geschäftsleute aus verschiedenen Schweizergauen dem einstigen Kollegen, reellen Geschäftspartner und charakterfesten Amtsmanne in selten großer Zahl das letzte Geleite gaben.
      Der Lebensabriss des lieben Verstorbenen wäre unvollständig, wenn wir nicht auch noch seine Schul- und Jugendzeit und seiner Tätigkeit vor der. Übernahme der großen Dorfkäserei Kaltbrunn gedachten. Als waschechter Zuzwiler Bürger erblickte Carl Wick am 23. Mai 1897 in seiner – auf dem ganzen Lebensweg so geliebten – Heimatgemeinde das Licht der Welt. Als Spross der ehrsamen Stickersfamilie Georg und Ida Wick-Gubler verlebte er mit seinen neun Geschwistern eine einfache, bescheidene, aber vom Geist der Zusammengehörigkeit getragene Jugendzeit.

                  Das Berufsleben
Der Not der Zeit gehorchend wurden die Kinder von frühester Jugend an zur Arbeit angehalten. So finden wir den kräftigen Sohn Carl nach der Schulentlassung zuerst im väterlichen Sticklokal. Doch seine Fähigkeiten neigten bald in ein anderes Berufsgebiet. So trat der aufgeweckte. Jungmann im Frühling 1914 in Zuzwil in die Käserlehre ein, die er mit einer vorzüglichen Prüfung abschloss. In Erweiterung seiner Kenntnisse zog der junge Käsergeselle nach Lachen-Wuppenau, wo er beinahe 10 Jahre lang seinem Meister die Treue hielt. Mit unversiegbarem Fleiß, Ausdauer und persönlichem Studium, bestand er im Jahre 1922 die Meisterprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg. Anno 1924 nahm, der stramme Käsermeister Abschied vom Elternhaus und seiner geliebten Heimatgemeinde, um als Milchkäufer in der Schwand bei Menzigen das eigene Glück zu schmieden. Über dem auf eigene Rechnung geführten Geschäft leuchtete nicht immer eitel Sonnenschein, auch trübe Zeiten erschienen am Horizont, doch durch gütige Mithilfe seiner Geschwister wurden diese Jahre glücklich überbrückt.
      Auf den jungen, strebsamen Käsermeister Carl Wick aufmerksam geworden, wählte ihn im Jahre 1928 die Genossenschaft Steinenbrücke, Kaltbrunn, zum neuen Milchkäufer. Nach vier Jahren besten Einvernehmens mit den Milchlieferanten folgte er dem Ruf der Käsereigenossenschaft Dorf, um einen der größten Betriebe in der Ostschweiz zu übernehmen. Dank seiner überlegenen Tüchtigkeit, gepaart mit einem vollgerüttelten Maß an täglicher Arbeit, entwickelte sich die Käserei zusehends zu einem umfangreichen Betrieb. Während vollen 35 Jahren führte Käser Carl Wick mit viel Liebe und Umsicht das große Milch- und Käsegeschäft. Seinen vielen Gesellen und Lehrlingen war er ein wohlgesinnter Chef, dessen väterliche Güte ein warmes Arbeitsklima ausstrahlte.
 
 
Nicht zu beneiden war unser geschätzter Dorfkäser während den Kriegsjahren, wo nicht nur der Mangel an Arbeitskräften sich bemerkbar machte, sondern auch die einschneidenden Rationierungs-Maßnahmen ein großes Quantum Mehrarbeit auferlegten.
 
            Familie und öffentliches Leben 
Nachdem die Grundlagen einer gesicherten Existenz aufgebaut waren, vermählte sich Carl Wick am 14. Oktober 1940 mit Frl. Rösly Steiner vom Hotel Hirschen, Kaltbrunn. Den vier Kindern gaben die tiefreligiösen Eltern durch ihr gutes Beispiel eine echt christliche Weltanschauung mit auf den Lebensweg. Carl Wick war eine in Charakter und Begabung glücklich veranlagte Persönlichkeit. Trotz des strengen und verantwortungsvollen Käserberufes verlor er Humor und Fröhlichkeit nie und wo er dabei war, fehlte es nicht an aufrichtiger Gemütlichkeit. Es war nicht verwunderlich, dass auch die Öffentlichkeit auf den charakterfesten und geradlinigen Käsermeister aufmerksam wurde. Bei all seiner Strammheit war er zwar nicht der geborene Amtsmann, doch die Mitbürger liebten sein leutseliges, senkrechtes und aufrichtiges Wesen, sodass er während zwei Amtsdauern der politischen Gemeinde als Gemeinderat diente. Ebenso gehörte er während elf Jahren dem Kirchenrate an. Auch als Verwaltungsrat der Spar- und Leihkassa wirkte er viele Jahre tatkräftig mit. Ausspannung und Erholung fand der so beanspruchte Käser Carl Wick im hiesigen Männerchor, dessen Verein er auch etliche Jahre präsidierte. Er war ein begnadeter Sänger vom Scheitel bis zur Sohle. Er pflegte echte Sängerkameradschaft und durfte dafür auch viele frohe Stunden erleben. So war es mehr als verdient, dass ihm der Männerchor durch Gesangseinlagen im Beerdigungs-Gottesdienst den Dank abstattete und mit dem Vereinsbanner, dem der liebe Verstorbene so viele Jahre die Treue hielt, den Abschiedsgruß entbot. Schweren Herzens nahm er im Frühjahr 1967 Abschied von seinem so geliebten Käserberuf. Da der Sohn Hansjörg den Betrieb weiterführen konnte, blieb Vater Wick noch für einige Zeit mit der Käserei verbunden und der Sohn war für seine Ratschläge jederzeit sehr dankbar.
Mit einem Beinleiden fing der lange Leidensweg an. Carl Wick, der an ein lebhaftes Leben gewöhnt war, wurde plötzlich ans Haus gefesselt. Obwohl sich die Beschwerden und Gebrechen mehrten, haderte er nie mit dem vom Herrgott auferlegten Schicksal. Sein tiefverwurzelter Glaube an Gott und die Ewigkeit, halfen seine Leiden erträglicher zu machen. Aber auch seine treue Gattin und die guten Kinder, vor allem Sohn Karl, ließen ihrem lieben Gatten und Vater vermehrte Liebe und aufopfernde Pflege zukommen. In diesen langen Jahren der Gebrechen und Krankheit durfte der besorgte Vater bis zum Todestage von seiner lieben Familie das ernten, was er früher gesät hatte: Ein großes Maß an Liebe, Güte und elterlicher Wertschätzung. Mit Carl Wick ist ein vorbildlicher Gatte und Familienvater, ein aufrichtiger lieber Freund und ein geachteter Mitmensch der Öffentlichkeit von uns gegangen, dessen Frömmigkeit echt und tief war, aber auch ebenso diskret und von männlicher Kraft. Einer von jener altbewährten Garde, der während Jahren dem Dorfbild irgendwie das Gepräge gab. Möge die Seele des lieben Heimgegangenen des Himmels unvergängliche Osterfreuden empfangen. Die Angehörigen versichern wir der aufrichtigen Teilnahme.
 
 
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  Nachruf  auf
 
Johann Georg Wick-Kühne
*  28. August 1893
† 20. Januar 1976
 
 
erschienen in
DIE LINTH
am 28. Januar 1976

 
  + Onkel Georges +
 
 
 
 
     (ff)   Eine große Trauergemeinde erwies am 23. Januar Johann Georg Wick-Kühne, wohnhaft gewesen in der Tägernau-Jona, auf dem Friedhof Jona die letzte Ehre, und die Banner von vier Schützenvereinen senkten sich über das Grab des treuen Schützen-Veteranen.
    Georg Wick erblickte das Licht der Welt am 28. August 1893 im fürstenländischen Zuzwil als erstgeborener Sohn der Eltern Wick-Gubler. Zeitlebens blieb er dem Orte seiner Geburt treu und zugetan. Mit sieben Brüdern und vier Schwestern zusammen erlebte er eine frohe Jugendzeit, die geprägt war von einem tief christlichen Familiengeist und einem herzlichen Verhältnis zueinander. Schon 1922 verlor die Familie den Vater. Auf dem Ältesten lastete nun die Hauptarbeit im Stickereibetrieb und die Verantwortung für das Wohlergehen der Familie. Aber mit Zuversicht und einer unverwüstlichen Frohnatur trug und meisterte er die große Aufgabe. Er war gern in geselligen Kreisen, war eifriges Mitglied des Kirchenchores und ein zielsicherer Schütze. Wo gesungen wurde, war auch Freude, da fand er sich selber. Auch wenn nicht alles wie am Schnürchen lief, hatte er eine Melodie auf den Lippen oder pfiff vor sieh hin, um sich zu beruhigen. In der Stickerei brauchte es ein gutes, geübtes Auge. War es da verwunderlich, wenn er beim Schiessen stets so sicher das Schwarze traf? Als Johann Georg dreißig Jahre alt war, erreichte ihn die schwere Stickereikrise. Sie zwang zu einem Berufswechsel. Und weil einige seiner Brüder in der Milchwirtschaft tätig waren, wandte auch er sich dieser Berufsgruppe zu und wurde Milchkäufer in Unterhalden-Benken und Steinenbrugg-Kaltbrunn. 1931 verband er sich mit Rosa Kühne aus dem Giessen-Benken zu einem gemeinsamen glücklichen Leben. Er siedelte nach Wollerau, Schwyz, über und blieb dort über zwanzig Jahre lang als Dorfkäser. Seiner Ehe entsprossen drei Söhne.
 
 
      Mit über sechzig Jahren entschloss sich Johann Georg Wick, in der mittleren Tägernau bei Jona ein neues Werk aufzubauen. In Zusammenarbeit mit seinen Söhnen entstand eine neue Heimstätte und eine umfangreiche Schweinemästerei. In seinem gastlichen Hause hielten die vielen Verwandten und Bekannten wie auch die Nachbarn stets frohe Einkehr. Groß feierte man den 75-jährigen Geburtstag des frohen Mannes, dem gerne auch ein feiner Schalk aus den Augen blitzte.
      Aber auch die Schatten des Lebens blieben Vater Wick nicht erspart. Lange Zeit pflegte er selbstlos seine kranke Frau Rosa, die ihm an Christi Himmelfahrt 1970 im Tod vorausgegangen war. Dann wurde es stiller um den sonst so geschäftigten Mann. Zwar lebte er gesund und stets aufgeräumt sein Leben.
     Vielen aber schien er ein Einsiedler zu werden. Ja, er schätzte die Stille, betete und tat viel Gutes, aber er wollte keineswegs abgeschieden sein von der Welt. Er nahm teil an allem, was seine Söhne und deren Familie betraf. Mit wachem Geist verfolgte er das Geschehen in der Welt, interessierte sich für technische Errungenschaften der neuesten Zeit. Zeitschriften und Bücher waren jetzt seine Besucher in einsamen Stunden. Daneben liebte er die Natur, mit seinem treuen Begleiter Barry erwanderte er sie, leise vor sich hin singend oder pfeifend.
     Im späten Herbst spürte er seine Kräfte nachlassen. Und als ihm das Kräuterheilbuch von Pfarrer Johann Künzle keine Stärkungskräuter mehr aufzeigte, die helfen konnten, begab er sich ins Spital. Ein operativer Eingriff drängte sich auf. Scheinbar erholte sich Georg Wick wieder. Man hoffte bereits auf eine baldige Heimkehr. Es sollte nicht sein. Die Kräfte schwanden, und friedlich schlummerte Vater Georges hinüber in jene Welt. an die er stets so sehr geglaubt hatte. Er ruhe im Frieden Gottes.
 
 
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  Nachruf  auf
 
Ulrich Wick-Höfliger
*  3. November 1908
† 13. November 1976
 
Verfasser:  Cousin Josef Wick, Pfarrer
vorgetragen wahrscheinlich
im Beerdigungsgottesdienst
am 17. November 1976
in der Ursula-Kapelle in Kempraten
 
  + Onkel Ueli +
 
 
 
 
Jesus hat sich einmal seinen Jüngern, seinen Anhängern, seinen Freunden zugewandt und hat ihnen verheißen:
 
Selig . . .».

Diese Seligpreisungen tragen sozusagen den Stempel von Jesus selber, sein Siegel. Er selber hat daraus gelebt – und ist dafür in den Tod gegangen – damit ein Bedürftiger, ein Trauriger, gar ein Verfolgter, nicht zu verzweifeln braucht. Sowieso nicht einer, der barmherzig, sanftmütig ist, einer, der Frieden stiftet.
 
Diese Zusage, getragen vom Lebensbeispiel seines Herrn, hat den Verstorbenen begleitet. Sie hat ihn getragen. Und er, er hat mitgeholfen, dass diese Seligpreisungen keine leeren Floskeln sind. Dass sie Leben tragen. Dass sie Zukunft schenken denen, die mit ihm lebten, denen, die ihn jetzt irdisch überleben, und ihm selber, der – für uns alle überraschend – in den Tod gegangen ist und nun – wie wir hoffen und glauben – ungefährdet erleben darf, was es mit der vollen Seligkeit auf sich hat, was sie in sich hat.
 
Ulrich Wick ist am 3. November 1908 in Zuzwil zur Welt gekommen. Als Jüngster von zwölf Kindern. Vier seiner Geschwister leben noch. Es ergab sich von selber, dass die große Familie zusammenhalten musste, um die dürftigen, für die Heimstickerei manchmal sehr kritischen Jahre zu überstehen.
 
Nach dem Besuch der Primarschule in Zuzwil und der Sekundarschule in Wil trat Ulrich in die Käserlehre ein bei seinem älteren Bruder Karl in der Schwand bei Menzingen. Nach der Lehre arbeitete er in verschiedenen Betrieben, absolvierte 1930 die Molkereischule und kaufte die Milch in der Unterhalden bei Benken. 1934 war ein glückliches Jahr, ein glücklicher Auftakt für ihn und für seine ihm angetraute Marie Höfliger aus dem Ried bei Wollerau, die ihm eine treue Lebensgefährtin und den Kindern eine umsichtige Mutter war. Nach einem Aufenthalt in Engi / Glarus wurde Rapperswil 1937 zur Heimat erkoren. In der Molkerei – Centrifuge hieß sie früher – gab es viel Arbeit. Betrieb vom Morgen bis zum Abend. Der Lärm von der Güterexpedition und von der Straße her und auch vom internen Geschiebe mit Milchkannen hinderte Ueli nicht, ein Lied anzustimmen und durchzustrophen. Was manchmal dazu führte, dass sich Zaungäste heranmachten und dann prompt – trotz der Arbeit, die einfach erledigt werden musste – zu einem Verschnaufpäuschen eingeladen wurden. Arbeit, strenge Arbeit, aber in einem bewusst humanen Rahmen, der noch so ein Intermezzo zuließ. Und wenn dies nicht tagsüber stattfinden konnte, dann eben nach Feierabend, oder auf einer Ausfahrt mit dem Jassklub.
 
Hier in der Molki sind sechs Kinder in einer behüteten und doch offenen Atmosphäre groß geworden. Der jetzt verstorbene Vater war für sie da, und dafür sind sie ihm dankbar. Anno 1959 ist die Familie umgezogen und hat ein neues Geschäft an der Etzelstraße aufgebaut.
 
 
Als Ulrich das Geschäft 1967 seinem Sohn übergab, blieb er dessen gewissenhafter Mitarbeiter; er konnte nicht einfach nichts mehr tun. Auch ab 1973 nicht, als Ueli und seine Frau zusammen mit der Familie ihrer Tochter ins neugebaute Heim an der Rebhalde zogen. Das war nicht einfach ein Rückzug, um mit anderen Leuten nichts mehr zu tun zu haben. Ueli blieb regelmäßig, jeden Tag, im Einsatz. Und sein Heim blieb offen nicht nur für seine eigene Familie, für seine Kinder und deren Kinder, mit denen er so gut spielen und spassen konnte. Auch andere Leute kehrten dort gern zu, weil sie den leutseligen und frohmütigen Menschen schätzten.
 
Die schöne Stimme zum Singen hat er hinübergerettet in die Rebhalde. Er hat sie schon mitgebracht aus Zuzwil, geweckt von seinen älteren Geschwistern. Er hat sie gepflegt in seiner eigenen Familie, hat sie geübt im Sängerbund. Und sie hat sich jeweils von selber gemeldet, wenn er sich traf mit seinem, anfangs Jahr verstorbenen Bruder Schorsch, den er zu Allerheiligen auf dem Joner Friedhof noch besucht hat. Sie haben sich oft gesehen: zwei Brüder, zwei Freunde. Ob mit oder ohne Zuhörer, zweistimmig erklang «In diesen heiligen Hallen» oder «Sänne, stönd uf». Schorsch klar hoch, Ueli kräftig tief. Auch religiöse, kirchliche Lieder erklangen da. Nicht um etwas vorzumachen, sondern, weil sie darin lebten. Ein Zeugnis für uns. Auch für mich. Ueli war seit bald vierzig Jahren mein Götti. Und er bleibt’s.
 
Der Verstorbene erfreute sich einer guten Gesundheit. Bis diesen Sommer, als ihn der Hausarzt zu einem Untersuch ins Kantonsspital Zürich anmelden musste. Bescheid: akute Verengung der Blutbahn vom Herzen aus. Eine Operation war angezeigt. Ueli hat sich gewissenhaft darauf eingestellt und sich eingeschränkt, und dabei den Frohmut nicht verloren. Am Sonntag vor einer Woche wallfahrtete er mit seiner Frau nach Maria Einsiedeln. Auch wenn die Aussichten nach Aussagen der Ärzte gut standen, wollte er sich rüsten. Nicht aus Zufall in Einsiedeln. Er war mit dem Kloster, und mit vielen Klöstern eng verbunden.
 
Am Montag durfte er nach einern letzten Untersuch vor der Operation nochmals heim. Er hat sich darob gefreut und am Mittwochmorgen seine gewohnte Arbeit noch erledigt. Der Bescheid nach der Aorta-Operation am Donnerstag war normal. Am Freitag kam er wieder zu sich und richtete allseits Grüße aus. Aber am Samstagmorgen hat die Lunge – nicht voraussehbar – nicht mehr mitgemacht.
 
Ueli ist von uns gegangen. Er ist heim gegangen. Er ist in Frieden, wie es in der Todesanzeige aufgrund des Weisheitsbuches aus dem Alten Testament heißt.
 
Und er wird wohl singen, was – wenn ich mir das Unvorstellbare vorstelle – zur Seligkeit gehört. Nicht bloß wegen der eigenen schönen Stimme, sondern weil die Freude, die Beglückung, die Seligkeit in Gott übermächtig sein muss.
 
 
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  Erster Nachruf  auf
 
Pater Reinhold Wick OFMCap
*  10. September 1902
† 17. September 1982
 
 
erschienen im
STANSER STUDENT
Dezember 1982  ·  Heft 1
 
Verfasser unbekannt
 
   
+ Pater Reinhold +
 
 
 
 
P. Reinhold Wick, Kapuziner, Wil
 
gest. 17. September 1982
 
Neben allem Frohen und Freudigen, das immer wieder so ruhig in ganzer Anhänglichkeit an sein Zuzwil, wo er am 10. September 1902 geboren wurde, in seinen Gesprächen den Niederschlag fand, etwa vom greisen Pfarrer Sanktus Bamert, der Arbeit an der Stickmaschine im Vaterhaus, darf man die schwere Krankheit in den ersten Kinderjahren nicht übergehen. Sie hätte zum frühen Tode geführt, wenn nicht der besorgte Großvater den Kunstfehler in der Behandlung entdeckt hätte. Die Folgen des damaligen Beinleidens blieben ihm fürs ganze Leben und erschwerten sein Gehen. Doch mag gerade darin der Zug begründet sein, der ihn öfters, schon hier am Kollegium, zu den Bescheidenen und Leidenden hinzog, die er mit Humor erheitern konnte. Aber in körperlichem Spiel und Sport musste er doch zur Seite treten. Das Bild seines Mitbürgers und späteren Primizpredigers, Pater Cäcilian sel., dem er in Ferientagen immer wieder begegnete, mag das Seine dazu beigetragen haben, dass er von der Realschule Wil 1918 zu uns kam und durch Talent und beste Eigenschaften im Studium auffiel. Er hatte mehr als nur eine eiserne Ration mitgebracht. Sein Fleiß konnte es ihm nicht versagen, alle Gelegenheiten zur Bildung auszunützen, die sich neben dem ordinären Stundenplan boten. Er hatte noch das Glück im Theologiestudium Jahr für Jahr in ein anderes Studienkloster zu ziehen, sich an neue Orte mit ihrem Herkommen bescheiden anzupassen.
      Die Seelsorge begann er für ein Jahr in Sursee. Dann kam sein Sehnen nach der Schule und der Jugend-Pastoration zum Rechte. «Für alle Möglichkeiten besonders aber für die Jungen wollte ich mich bereit halten». In Näfels durfte er sich ruhig von dem gestrengen Kantonalen Schulinspektor sehen lassen. Was ihm noch mehr Freude bereitete: Er stand der Kongregation der Klosterschüler vor, auch der Ehemaligen, dem Jünglingsverein der Pfarrei und den Pfadfindern. Bei seinem Wegzug nach vier Jahren, um in Appenzell eine Lücke auszufüllen, erfuhr er treuesten Dank.
 
 
Und das monumentale Kreuz über Näfels’ Höhen, das er mit seinen Jungen im Jubeljahr der Erlösung 1933 errichtete, blieb ein Erinnerungszeichen an ihn und seine jungen Helfer mit ihrer Begeisterung. Damals schrieb er auch in seiner Begabung und Vorliebe für die Kirchengeschichte ein «kleines Lebensbild» von Pater Bonaventura Frey von Herdern, der als junger Weltpriester mit einem Mitbruder in die Vereinigten Staaten auszog. Sie holten sich einen Novizenmeister aus der Schweiz und begannen in ihrer Neugründung das Klosterleben als erste Kapuziner in der neuen Welt.
      Mit 1940 begann für P. Reinhold die «Hausmission» in Zürich. In seinem Buch «Franziskus in der Großstadt» charakterisiert er diese Tätigkeit «nicht zur Bewunderung sondern zur Nachahmung», und «das Verschwiegene ist hier mehr als das Ausgesprochene, ein Einzelfall der Rückgewinnung steht meist für ungezählte andere». Im ganzen deutschen Sprachgebiet wurde der Verfasser daraufhin zu Vorträgen gerufen und in Predigten hier und draußen gewann er mit der markanten Stimme und der begeisterten Überzeugung die Zuhörer.
      Die letzten 25 Jahre diente er wieder der Seelsorge im Kloster Wil. Die Vortragsreisen dauerten noch an. Daheim sollen seine monatlichen Vorträge vor den Priestern guten Anklang gefunden haben, ebenso seine Exerzitien im In- und Ausland. Nun war Anerkennung und Genugtuung ein wenig irdischer Lohn. Wenn er sich in jungen Jahren dann und wann zurückgesetzt fühlte, durfte er jetzt auf reichen Gottessegen zurückblicken. Bis in die letzten Tage diente er der auswärtigen Mission in einem Unmaß von Arbeit.
      Drei Wochen vor dem Tod feierte er noch mit Freuden den 80. Geburtstag mit Verwandten und Bekannten. Die ärztliche Behandlung verbot ihm das Festchen nicht. Drei Tage vor dem Tod kam er zu Bestrahlungen in das Kantonsspital St. Gallen. Er wusste, dass der Tod vor der Türe stand. Mitten in der Nacht, nachdem seine Kursgenossen ihr 60. Ordensjahr gefeiert hatten, ging Pater Reinhold zu Gott.
   
Dieser Nachruf stammt aus dem Archiv von Beda Steiner,
dem Schwager unseres Onkels Carl Wick-Steiner.
Im Archiv aufgepürt und an uns weitergegeben wurde er
von Beda Steiners Tochter Margrit. Danke!
 
 
 
 
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  Zweiter Nachruf  auf
 
Pater Reinhold Wick OFMCap
*  10. September 1902
† 17. September 1982
 
 
Verfasser:   (pgb)
 
erschienen im
NEUEN WILER TAGBLATT»
am Montag, 25. Oktober 1982
 
   
+ Pater Reinhold +
 
 
 
 
Pater Reinhold Wick
ist nicht mehr

Als wir den 80. Geburtstag des bereits von Besorgnis erregender Krankheit Gezeichneten feierten, wussten wir und er, dass seine Lebenstage gezählt waren. Rascher freilich trat der Tod an sein Krankenlager, acht Tage darauf lag er schon auf dem Sterbebett im Kantonsspital St. Gallen. Ein reich befrachtetes Ordens- und Priesterleben hat seinen Abschluss gefunden.
 
 
Pater Reinhold wurde am 10. September 1902 in Zuzwil am Leuberg geboren und auf den Namen des dortigen Kirchenpatrons, Josef, getauft. Gerne erzählte er Anekdoten aus seiner Jugendzeit, vom gottseligen Pfarrer Bamert im blühenden Weinberg, von seinem Kuhhüte-Dienst in der Ferienzeit, von seinem täglichen Schulweg durch den Nieselbergwald in die Realschule Wil. Der begabte Schüler entschied sich früh für den Priesterberuf und wählte für das Studium das Kollegium Sankt Fidelis in Stans, wo Pater Cäcilian Koller aus seiner Heimatgemeinde als Dr. phil. mathematische und naturwissenschaftliche Fächer lehrte, sich aber keineswegs als trockener Gelehrter erwies, sondern einen gesunden Humor ausstrahlte. Als Zwanzigjähriger trat Josef Wick mit einer ganzen Reihe Gleichgesinnter auf dem Wesemlin in Luzern ins Noviziat, vollendete in Stans als Frater Reinhold das Lyzeum mit ausgezeichneter Matura und wanderte weiter durch die jährlich wechselnden Theologie-Studien-Klöster in Sitten, Fribourg, Zug und Solothurn. Dort empfing er die heilige Priesterweihe; seine Primiz feierte er 1929 in der Kapuzinerkirche Wil, wobei ihm die beiden Kursgenossen Pater Leonidas und Pater Engelmar assistierten.
Nach dem Pastoraljahr in Schwyz wies ihn der Gehorsam nach Sursee als so genannten Laufpater, der Sonntag für Sonntag in die großen Landpfarreien des Kanton Luzern auf Aushilfe zog. Unterdessen musste eine Lehrerstelle an der Klosterschule Näfels ausgefüllt werden. Der Ruf erging an Pater Reinhold. Zwar hielt er es später als ein Wagnis, ohne besondere Ausbildung diesen Posten angenommen zu haben. Das Wagnis wurde aber durch die Fähigkeiten des Berufenen überbrückt. Mit seiner ihm eigenen Begeisterungsfähigkeit stellte er sich in den Dienst der Jugend sowohl als Lehrer wie auch als Seelsorger der Schüler und der Dorfjugend. Das weithin ragende Kreuz auf dem Rautifels blieb ihm eine beglückende Erinnerung an diese Jahre der Jugendseelsorge. Ob ihm schon vier Jahre später die Mutation als Professor und Vizepräfekt im Kollegium Appenzell erwünscht war, möchten wir wohl bezweifeln. Auf jeden Fall bewährte sich der allseitig Begabte auch an diesem Posten, vorab in Fächern sprachlich-historischer Richtung.
 
Es scheint, dass die Obern dem Wunsch des pastoral aufgeschlossenen Paters entsprachen mit der Versetzung ins Kloster Wil mit seinem weiten und vielseitigen Aushilfsradius. Dort fand er auch Zeit zur Vorbereitung einer modernen Missionstätigkeit in der Heimat. Er griff das Anliegen seines ehemaligen Lektors in den Theologiestunden, Pater Veit Gadient, auf, wie man die kirchlich Außenstehenden, vorab in den Städten, erfassen könne.
 
Mit dem Genannten wurde Pater Reinhold zum Mitbegründer der Hausmission in der Großstadt. Während Pater Veit mit Ideen und Plänen begeisterte, organisierte Pater Reinhold mit praktischem Griff und beständigem Einsatz diese Pastorationsart. In wenig Jahren war in Zürich die Hausmission so weit gediehen, dass eine geordnete und stoßkräftige Fraternität von fünf bis sechs Mann das Hospiz neben der Kirche von Seebach bewohnte.
 
 
 
 
 
 
Auch als Superior ertrug er es, dass unter diesen nicht er, sondern Pater Benedikt, ein Mann von kindlicher Einfalt und einer Dosis pastoreller Schlauheit, der stadtbekannteste wurde. Wie Pater Reinhold die Hausmission sich vorstellte und erlebte, hat er in seinem Buch «Franziskus in der Großstadt» niedergelegt. Er bekannte: «Ich habe es mit meinem Blut geschrieben.» Auf die Frage, ob sich die Hausmission lohne, antwortete Pater Reinhold: «Es lohnt sich immer. Man darf einfach nie aufgeben! Es geht aber nicht um die Quantität, sondern um Qualität.» In Zürich wirkte Pater Reinhold von 1940–1953, hierauf in St. Gallen bis 1957. Das sind nüchterne Zahlen, beinhalten aber eine einmalige Lebensaufgabe: «Diese Jahre zählen doppelt.»
 
Begreiflich, dass eine solche Aufgabe an den Lebenskräften zehrte. Zwar nicht aufgebraucht, aber doch etwas müde geworden, kam er 1957 ins Kloster Wil in die Nähe seines geliebten Heimatdorfes, worüber die Mitbrüder ihre launigen Bemerkungen sich erlauben durften, wenn sie seine Gegenschläge nicht scheuten. Freilich trat er nicht in den Ruhestand. Als Ordensmann liebte er Chorgebet und Gemeinschaftsleben. Wie vorher in St. Otmar, war er auch in Wil einige Jahre Stadtprediger. In seinem Pflichtenheft standen nebst den üblichen Sonntagsaushilfen weitere Einsätze als Exerzitienmeister und Rekollektions-Referent für Priester und Ordensleute im In- und Ausland. Dies bedingte auch manche Reisen, die ihn mit der weiten Welt bekannt machten. In seinen letzten Lebensjahren wagte er noch eine Reise nach Amerika, um zwei seiner leiblichen Brüder zu besuchen.
 
Als er anfing die zahlreichen Aufträge zu reduzieren, erklärte er sich bereit zur Übernahme der so genannten Missionszelatur. Eine Aufgabe mit viel Kleinarbeit, die wenig Aufsehen erweckt. Immerhin wüssten die selbstlosen Messbundförderinnen, die gut bediente Missionsprokura in Olten und auch die PTT davon zu erzählen. Die besten Gewinne aber hat der Allwissende ins Buch des Lebens eingetragen. 25 Jahre verbrachte der Verstorbene im Kloster Wil. In die Jugendheimat kehrte er zurück, um immer mehr von ihr Abschied zu nehmen. Verwandten und Bekannten aus der Umgebung gab er nach Möglichkeit das letzte Geleit. Von seinen Geschwistern schied eines nach dem andern von hinnen, bis schließlich noch er und seine Schwester überlebten. Er selber durfte bis zu seinem Tode tätig bleiben, kleinere Sonntagsaushilfen leisten; jeden Donnerstag hielt er die gut besuchte 9-Uhr-Messe mit einer gediegenen Ansprache. Mit einer Anzahl Kursgenossen durfte er 1979 sein goldenes Priesterjubiläum feiern, und als letztes und wohl ergreifendstes Familienfest den 80. Geburtstag im Kreise der Mitbrüder und einer ansehnlichen Verwandtschaft. Sein geistlicher Neffe, Regens Josef Wick, hielt bei der konzelebrierten Eucharistiefeier eine herzliche Ansprache; derselbe sprach auch das Abschiedswort anlässlich der Beerdigung. Dass die sanktgallischen Bischöfe Otmar und Josef dem Verstorbenen die letzte Ehre gaben, hat Pater Reinhold auch deshalb verdient, da er als Kenner und Bekenner zur Geschichte des Klosters Sankt Gallen und seines Strahlungsbereiches sich als treuer Sohn der Kirche und seiner Heimatdiözese erwies. Nicht nur der Kapuziner und Missionar, auch der Mönch lag ihm im Blut. Ich möchte seine religiöse Haltung charakterisieren mit den Worten des Gallushymnus, den er jeweils mit Begeisterung anstimmte: «Sieh’ die treue Schar der Brüder einet sich im frohen Chor; lasst erklingen Lobeslieder aus der freud’gen Brust hervor.» Möge Reinhold mitjubeln im Chor der Seligen!
 
 
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 Nachruf  auf
 
Anna Baur-Wick
*  9. Januar 1904
† 25. April 1994
 
 
Verfasser:   Georges Brunner
Neffe der Verstorbenen
 
 
  + Tante Anny +
 
 
 
 
„Unsere Toten gehören zu den Unsichtbaren, aber nicht zu den Abwesenden”

Diesen Ausspruch von Papst Johannes, dem Dreiundzwanzigsten wollen wir als Leitsatz zum Gedenken an den eben der Erde übergebenen Leib unserer Verwandten Frau Anna Baur-Wick in unsere Herzen aufnehmen.
 
Anna Baur-Wick wurde in nächster Nähe der Sankt-Josef-Kirche in Zuzwil, St. Gallen, als Zehntes von zwölf Kindern der Eltern Johann Georg Wick und der Maria Ida, geborenen Gubler am 9. Januar 1904 geboren. Zwei Geschwister starben im zarten Jugendalter, mit den übrigen zwei Schwestern und sieben Brüdern, die ihr alle im Tode vorangegangen sind, verlebte Anny eine glückliche, aber arbeitsintensive Jugendzeit. In der Familie herrschte ein christlicher Geist, der sie für das ganze Leben prägte. Schon als junges Mädchen wurde sie in die damals florierende Stickerei-Industrie eingespannt und half damit den Unterhalt der Familie zu sichern. Köstlich waren ihre Anekdoten über die Geschehnisse im Stickereilokal. Geschwisterliche Liebe und Freude, aber auch Berichte von Streitigkeiten und Eifersüchteleien mussten aufs Tapet gebracht werden. Anny hielt viel auf Ordnung und Sauberkeit, auch über diese Sparten wusste sie immer Erlebtes in Gut und Bös' zu berichten.
 
Nachdem ihre vier Brüder Georg, Karl, Otto und Ueli sich dem Käsereiberuf zuwandten, half sie ihnen, solange ledigen Standes, nebst der Besorgung des Haushalts auch in den betrieblichen Arbeiten mit Freude mit. Diese Funktionen, die sie mit Gewissenhaftigkeit ausübte, machten ihr die Arbeitstage kürzer, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen menschlichen Kontakte. Sie war, wenn es die Zeit erlaubte, gerne zu einem Schwatz bereit.
 
Am 24. Mai 1935 verehelichte Anny sich in Uznach mit Käserei-Inspektor Jakob Walter Baur, von Gaiserwald, St. Gallen, den sie in Ausübung seines Berufes bei ihren Brüdern kennen gelernt hatte. Walter war damals auch Geschäftsführer der Uznacher Molkerei an der Ernetschwilerstraße. Hier war Anny im Element und liebte die Arbeit im Haus und Geschäft.
 
 
 
 
 
 
Da die Ehe kinderlos blieb, suchte sich das Ehepaar als Pflegeeltern zu betätigen. So wurde der Sohn Schorsch der Schwester Ida aus Zuzwil zur Absolvierung der Sekundarschule nach Uznach versetzt. Zwei Jahre erhielt er vom Onkel Walter strenge Erziehung, die aber durch die Tante Anny bei seiner Abwesenheit oftmals gemildert wurde. Später wurde das Mädchen Helen in die Familiengemeinschaft aufgenommen. Helen Michel hing immer sehr an der Pflegemutter und gab ihr bis zu deren Ableben die empfangene Liebe zurück.
 
Baurs zogen dann zur Betriebsleitung in die Molkerei Cham, Zug, wo ihrer viel Arbeit harrte. In der Absicht, das Alter wieder in Uznach zu verbringen, kaufte Walter an der Obergasse in Uznach ein Haus. Genug der Arbeit, zogen sie sich zu friedlichen Pensionsjahren hierhin zurück, bis ihre angeschlagene Gesundheit sie zum Eintritt in das Pflegeheim Linth beim Spital Uznach zwang. Noch konnten sie dort eine schöne Zweisamkeit pflegen, bis der Tod ihres Gatten Walter am 6. September 1989 die ehelichen Bande löste und Anny fortan ihrem Lebensabend allein ins Auge schaute.
 
In diesem letzten Abschnitt ihres Erdenlebens freute sie sich, zu ernten was sie gesät hatte: Sie erhielt immer wieder Besuche von den Familien ihrer Verwandten und Bekannten. Sie interessierte sich sehr für alles Geschehen in der Verwandtschaft und der Oeffentlichkeit. Dank ihres lange anhaltenden guten Gedächtnisses wusste sie immer etwas zur Unterhaltung beizutragen. Noch konnte sie am 9. Januar 1994 im Kreise ihrer Verwandten den hohen Neunzigsten Geburtstag feiern. Sie freute sich auf diesen Tag und genoss ihn bei Speis’, Trank und gebotener Unterhaltung in vollen Zügen.
 
In letzter Zeit nahmen ihre Kräfte mehr und mehr ab und so rief der Herr über Leben und Tod seine treue Magd Anny am Montag, den 25. April 1994 in aller Stille zu sich in die Ewigkeit. Nun ruht, was an Anny Baur-Wick vergänglich ist, und sieht im Frieden Gottes der Auferstehung entgegen.
 
 
 
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T O T E N B I L D C H E N


 
 
 
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