Julian Przyboś
 
05.03.1901 – 06.10.1970
 
1947–1951 Botschafter der Volksrepublik Polen in der Schweiz
 
 
 · geboren auf einem Bauernhof in Gwoźnica
 · Student der Polonistik
 · Mitbegründer der «Awangarda Krakowska»
 · Gymnasiallehrer (1923–1937)
 · Stipendiat in Paris (1937 & 1939)
 · Reisender
 · im Zweiten Weltkrieg in Lemberg und Gwoźnica
 · Mitglied der PPR (Polska Partia Robotnicza)
 · erster Vorsitzender des polnischen Schriftstellerverbandes  · Gesandter in der Schweiz
 · Direktor der «Biblioteka Jagiellońska» in Krakau
 · Mitarbeiter an der Kunst-Zeitung «Przegląd Kulturalny» (Warschau)
 · Stellvertretender Vorsitzender des polnischen PEN
 
 
Julian Przyboś war Lyriker, Essayist und Übersetzer. 1947-1951 war er Gesandter in der Schweiz. Themen seiner Gedichte und Prosa in Bezug auf die Schweiz waren:
 · Landschaft,
 · kulturelles Leben und soziale Verhältnisse,
 · Vergleiche Schweiz-Polen,
 · das Schweiz-Bild in der polnischen Literatur.
 
 
Ein Beispiel:
 

Föhn
 
Ich lebe hier – fern, hinter Regen, hinter Nebeln,
geknetet zum täglichen Brot der Tage . . .
 
Schau – es wird heiter!
Doch sag: Wo der Föhn das Licht ausgeblasen,
lichtempfindlich und leicht wie das Licht,
gehst du da, zwischen Himmel und Erde, dem Saum nach?
 
Auf einmal gedreht
steht die Janussonne der Alpen,
mit dem hellen Gesicht im Tessin, über Bern mit dem trüben,
auseinandergeklafft vor dir stehen die Felsen.
 
Sie bringen als Opfer dir – Fernen
und Bildchen, wo der Simplom
aufs Fenster gemalt ist
der Züge, die uns verließen . . .
 
 
Foehn
 
Żyję tu – daleki, za szarugą, za mglą,
zaczynioną na powszedni chleb dni . . .
 
Spojrzyj – a będzie widniej!
Tam gdzie foehn światło zdmuchnął,
światłoczuła, lekka jak światło,
pójdziesz, między niebem a ziemią, samym brzeżkiem?
 
Odwróciło się nagle
janusowe słońce alpejskie
jasną twarzą w Tessynie, a nad Bernem smutną,
rozstąpiły się przed tobą skały.
 
Ofiaruję ci – dale
i mające Simplon za tło
obrazki malowane na szkle
okien pociągów, które nas odjechały . . .